Küting/Weber, Handbuch der ... / 4. Positionseigenschaften

a) Mussfelder

 

Rn. 542

Stand: EL 15 – ET: 11/2012

Der Mindestumfang gem. § 5b EStG i. V. m. § 51 Abs. 4 Nr. 1b EStG wird durch sog. Mussfelder definiert, die sowohl im GCD-Modul als auch im GAAP-Modul der Taxonomie enthalten sind. Diese sind unabhängig von der Rechtsform, der Branche sowie der Größe des UN stets verbindlich als Mindestumfang des amtlich vorgeschriebenen Datensatzes zu übermitteln. Auch ist es nicht von Relevanz, ob der Stpfl. eine HB oder eine StB einreicht; die Anzahl der zu übermittelnden Mussfelder bleibt hiervon unberührt.

I. R. d. vor dem Übermittlungsvorgang stattfindenden sog. clientseitigen Prüfungen wird der Datensatz formal hinsichtlich der Mussfelder validiert, d. h. es erfolgt die Prüfung der Vollständigkeit des gesetzl. definierten Mindestumfangs (vgl. BMF 2011a, Rn. 16). Eine inhaltliche Prüfung des Datensatzes findet erst zeitlich nachgelagert i. R. d. Veranlagung statt (vgl. Richter, L./Kruczynski, M./Kurz, C. 2010a, S. 2491). Können bestimmte Mussfelder nicht mit Werten befüllt werden, weil die Position in der ordnungsmäßigen individuellen Bufü (vgl. hierzu krit. Richter, L./Kruczynski, M./Kurz, C. 2011, S. 2723) nicht geführt wird oder aus ihr nicht ableitbar ist, muss zur Sicherstellung einer erfolgreichen Übertragung die entsprechende Position "leer" übermittelt werden. Technisch ist ein NIL-Wert, der im Datensatz mit <xsi:nil="true"> dargestellt wird, zu übermitteln (BMF 2011a, Rn. 16), wodurch lediglich eine für den Empfänger des Datensatzes eindeutige Darstellung einer "leeren" Position erfolgt. Deren Visualisierung ist von der jeweiligen Software abhängig. Der NIL-Wert ist jedoch nicht mit dem Nullwert gleichzusetzen. Sobald ein der Taxonomie zugeordnetes Konto bebucht ist und nachträglich korrigiert wird, ist die Position mit dem Zahlenwert "0,00" zu übermitteln (vgl. Schumann, J./Arnold, A. 2011, S. 234).

Hinsichtlich der Befüllung der Mussfelder ist der Begriff "Ableitbarkeit", dessen Definition lediglich den FAQ zur Bilanz zu entnehmen ist (zur Kritik an der rechtlichen Qualität der FAQ, vgl. Herzig, N./Briesemeister, S./Schäperclaus, J. 2011a, S. 2509), von besonderer Bedeutung. Demnach erfasst die Ableitbarkeit die Bufü als Ganzes – Hauptbuch, Nebenbücher und die Auswertung von Buchungsschlüsseln –, jedoch bleibt es in der Anfangsphase (ca. 5 bis 6 Jahre) der E-Bilanz unbeanstandet, wenn nur das Hauptbuch zur Ableitung der Werte herangezogen wird, wobei hier das individuelle Buchungsverhalten des UN maßgebend ist (vgl. FAQ zur E-Bilanz v. 15.06.2012, S. 10f.). Das BMF kündigte jedoch in einer Pressemitteilung an, dass die Erleichterungen zur Ableitbarkeit nicht nur in der Anfangsphase, sondern auf Dauer gelten (vgl. BMF 2012). Insofern kann ein Mussfeld immer dann mit einem NIL-Wert übermittelt werden, wenn die Werte nicht aus dem Hauptbuch ableitbar sind.

b) Mussfelder, Kontennachweis erwünscht

 

Rn. 543

Stand: EL 15 – ET: 11/2012

Bei den als "Mussfeld, Kontennachweis erwünscht" gekennzeichneten Positionen ist von Seiten der Finanzverwaltung zusätzlich zur Übermittlung der jeweiligen Position als Mussfeld die Übermittlung eines Auszugs aus der Summen- und Saldenliste der in diese Position einfließenden Konten im XBRL-Format erwünscht (vgl. BMF 2011a, Rn. 17). Durch die Übermittlung des Kontennachweises wird eine weitere verpflichtende Untergliederung des ohnehin sehr umfangreichen Mindestumfangs vermieden. Zudem stellt bereits heute die Mehrheit der UN der Finanzverwaltung freiwillig Kontennachweise zur Verfügung (vgl. Schumann, J./Arnold, A. 2011, S. 235). Bei der Übermittlung der Kontennachweise ist stets das in der folgenden Übersicht dargestellte Schema anzuwenden:

Übersicht: XBRL-Schema für die Übermittlung der Kontensalden

Die Übermittlung der Kontennachweise zu den gekennzeichneten Positionen ist grds. optional und damit nicht Bestandteil der clientseitigen Prüfungen. Folgerichtig resultieren aus deren Nichtlieferung keine rechtlichen Sanktionen. Kontensalden zu einer Position können somit vollständig oder unvollständig, z. B. nur als Erläuterung bestimmter Positionen, übermittelt werden. Die Taxonomie macht diesbzgl. keine Vorgaben (vgl. Technischer Leitfaden zur Verwendung der HGB-Taxonomie 5.1, Tz. 10, S. 12). Zudem kann ein Kontennachweis – unabhängig von der Positionseigenschaft – auch zu jeder anderen Position übermittelt werden. Mittels der optionalen Übermittlung der Kontennachweise appelliert die Finanzverwaltung an die Mitwirkungspflichten des Stpfl. (vgl. Schumann, J./Arnold, A. 2011, S. 234).

c) Summenmussfelder

 

Rn. 544

Stand: EL 15 – ET: 11/2012

Als Summenmussfelder werden Oberpositionen bezeichnet, die hierarchisch über rechnerisch verknüpften Mussfeldern stehen. Die Verpflichtung zur Übermittlung dieser Positionen resultiert aus der Pflicht zur Übermittlung der darunter befindlichen, rechnerisch verknüpften Mussfelder (vgl. BMF 2011a, Rn. 14). Nach Ansicht der Finanzverwaltung handelt es sich bei Summenmussfeldern um strukturelle Mussfelder, die aufgrund des fehlenden Informationsgehalts keine eigenständige Bedeutung haben...

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