Küting/Weber, Handbuch der ... / 2. Künftige Aufgabenschwerpunkte
 

Rn. 446

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Zunächst zeigt sich, dass eine enge Beschränkung auf Fragen der externen Konzern-RL modernen Anforderungen an einen Standardisierer nicht gerecht wird. Investitionsentscheidungsrelevante Informationen werden in der Praxis nicht ausschließlich durch eine retrospektive Rechenschaftslegung mittels Bilanz und GuV zur Verfügung gestellt – diese sind lediglich als Ausgangspunkt zu erachten (vgl. Baetge, J./Noelle, J. 2001, S. 174 ff.). Hinzu treten bereits jetzt weitere Elemente eines umfassenden Abschlusses: Kap.-Flussrechnung, EK-Veränderungsrechnung, Segmentberichterstattung sowie verbale Zusatzerläuterungen und Detailaufgliederungen im Anh. des KA (vgl. zur Berichterstattung im Anh. des IFRS-Abschlusses: Brüggemann, B. 2007). In Zeiten immer kürzer werdender Anlagehorizonte werden möglichst aktuelle und zeitnahe Informationen benötigt. Insofern hat der DSR bereits zur Zwischenberichterstattung (und dessen Häufigkeit) Stellung genommen. Künftig hat eine Öffnung zu weiteren Instrumenten der Kap.-Marktkommunikation zu erfolgen, etwa zu Ad-hoc-Mitteilungen.

 

Rn. 447

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Die Fragen nach den entscheidungsrelevanten Informationen stellen sich unabhängig von der Abschlussart und lassen sich nicht auf KA reduzieren. Die Antworten können indes differieren und sind dem Zweck des jeweiligen Abschlusses gem. zu geben. Für die Zukunft liegt damit auch eine Beschäftigung mit KA, EA, StB und Sonderbilanzen für konkrete Einzelereignisse, wie Fusionen oder Liquidationen, für das DRSC nahe. Diese Beschäftigung umfasst die Berichterstattung grds. aller UN, unabhängig von Größe oder Rechtsform, von traditioneller Kap.-Marktbeanspruchung durch reine EK-Aufnahme oder moderner Nutzung der gesamten Palette der Kap.-Aufnahmemöglichkeiten von EK- und FK-Titeln.

 

Rn. 448

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Für diese Aufgabenerweiterung und andere anstehende – in erster Linie aus dem internationalen Umfeld stammenden – Anforderungen ist auf Dauer eine fundierte Grundlagenforschung unerlässlich. Nur so kann es dem DRSC gelingen, seine Stellung als führendes nationales Kompetenzzentrum in Fragen der RL und Kap.-Marktkommunikation weiterzuentwickeln.

 

Rn. 449

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Auf internationaler Ebene haben sich seit der Gründung des DRSC weitreichende Entwicklungen ergeben. Als eine wichtige Veränderung ist die Reorganisation und Neukonstituierung des ehemaligen IASC im Jahre 2000 anzusehen (vgl. Baetge, J./Thiele, S./Plock, M. 2000, S. 1033 ff.; Baetge, J./Krumnow, J./Noelle, J. 2001, S. 773; Biener, H. 2001, S. 28 f.; Glaum, M. 2001, S. 127 ff.; Wiedmann, H. 2004, S. 78; Wagenhofer, A. 2002, S. 241 ff.). Die Facharbeit erfolgt seither in dem aus zwölf Vollzeitmitgliedern und zwei Teilzeitmitgliedern bestehenden neuen International Accounting Standards Board (IASB). Der IASB sucht ausdrücklich eine fachliche Verbindung mit den nationalen Standard Settern durch abgestufte Formen der Zusammenarbeit. Letztlich geht es aber darum, die Expertise, die in Deutschland auf dem Gebiet zu RL-Fragen vorhanden ist, zu bündeln und in die internationale Diskussion zu führen (vgl. Pellens, B./Fülbier, R. U./Ackermann, U. 1996, S. 286 ff.). Wenn Deutschland bei der Fortentwicklung der internationalen RL einen beachtlichen Beitrag leisten will, ist die Arbeit des DSR in diese Richtung noch mehr zu verstärken (vgl. Baetge, J./Krumnow, J./Noelle, J. 2001, S. 773).

 

Rn. 450

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Auf europäischer Ebene wird die RL nach IFRS inzwischen nachhaltig unterstützt (vgl. Helleman, J. van/Slomp, S. 2002, S. 218 ff.; Hulle, K. van 2000, S. 543 ff.; Knorr, L. 2001, S. 299 f.; Peemöller, V. H./Finsterer, H./Neubert, M. 2000, S. 28 ff.). Nachdem der Ministerrat der EU der ›Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards‹ (zur EU-Verordnung vgl. Europäische Union 2002, L 243/3) zugestimmt hat, ist die sog. IAS-Verordnung am 14.09.2002 in Kraft getreten. Danach sind kapitalmarktorientierte UN innerhalb der EU dazu verpflichtet, KA ausschließlich in Übereinstimmung mit den IFRS aufzustellen. Zu den kapitalmarktorientierten UN zählen alle Gesellschaften, deren Wertpapiere in einem Mitgliedstaat der EU zum Handel in einem geregelten Markt nach Art. 1 Abs. 13 der europäischen Wertpapierdienstleistungs-R zugelassen sind. Von dieser Verpflichtung können die Mitgliedstaaten der EU bestimmte UN für eine Übergangsfrist befreien. Danach sind erstmals ab dem 01.01.2007 beginnende GJ KA entspr. den IFRS zu veröffentlichen. Trotz der nachhaltigen Unterstützung der IFRS auf europäischer Ebene hat die Finanzmarktkrise auch offen einige Schwächen der IFRS gezeigt. Daher wird es bei der künftigen Entwicklung der IFRS immanent wichtig sein, die IFRS so zu entwickeln, dass die Intransparenz zahlreicher Standards beseitigt wird (vgl. Gassen, J. 2009, S. 92 ff.).

 

Rn. 451

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Der Vorschlag zur verpflichtenden Bilanzierung nach IFRS für KA...

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