Küting/Weber, Handbuch der ... / 2. Begriffsabgrenzung
 

Rn. 260

Stand: EL 16 – ET: 05/2013

Die neu geschaffene Größenklasse im deutschen HR (sog. Kleinst-KapG) wird in § 267a kodifiziert. Mithin wird eine KapG als Kleinst-KapG klassifiziert, wenn an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden GJ (vgl. § 267a Abs. 1 Satz 3 i. V. m. § 267 Abs. 4) mindestens zwei der drei folgenden Schwellenwerte im Jahresdurchschnitt nicht überstiegen werden respektive allenfalls ein Merkmal überschritten wird:

- ›350.000 Euro Bilanzsumme nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags (§ 268 Absatz 3);
- 700.000 Euro Umsatzerlöse in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag;
- im Jahresdurchschnitt zehn Arbeitnehmer‹ (§ 267a Abs. 1 Satz 1).
 

Rn. 261

Stand: EL 16 – ET: 05/2013

Die Zuordnung zur Kategorie der Kleinst-KapG im Vergleich zu den Abgrenzungskriterien nach § 267 erfolgt anhand nachfolgender Kennzahlen:

Übersicht: Einteilungskriterien der Unternehmenskategorien

 

Rn. 262

Stand: EL 16 – ET: 05/2013

Während laut RefE für die Bestimmung der Bilanzsumme sowohl aktive latente Steuern als auch nicht gesondert ausgewiesene RAP außer Betracht bleiben sollten (vgl. § 267a Abs. 1 Satz 2 i. d. F. des RefE; RefE MicroBilG, S. 22), ist letzterer Punkt – mit der mittlerweile erfolgten Streichung des vorgesehenen Ausweiswahlrechts der RAP – allerdings hinfällig. Im Ergebnis sind damit neben dem ggf. in Abzug zu bringenden auf der Aktivseite ausgewiesenen Jahresfehlbetrag lediglich die evtl. (infolge des § 274a Nr. 5 HGB freiwillig) aktivierten latenten Steuern nicht zu berücksichtigen (vgl. § 267a Abs. 1 Satz 2; BT-Drucks. 17/11292, S. 17).

Die Bestimmung der durchschnittlichen Anzahl der AN richtet sich nach § 267 Abs. 5, wonach der Durchschnitt aus den zu den Quartalsenden Beschäftigten berechnet wird. Zur ­Definition des Begriffs "AN" wird auf die Grundsätze des Arbeitsrechts verwiesen (vgl. hierzu Knop, HdR-E, § 267, Rn. 14 ff.).

Neben KapG können auch PersG i. S. v. § 264a Kleinst-KapG darstellen. Indes können insbes.

- kapitalmarktorientierte KapG,
- Genossenschaften,
- Investment- sowie Beteiligungsgesellschaften,
- Kreditinstitute und Versicherungs-UN

die Vereinfachungen für Kleinst-KapG nicht in Anspruch nehmen (vgl. Küting, K./Eichenlaub, R./Strauß, M. 2012, S. 1670 f).

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