Küting/Weber, Handbuch der ... / 2. Allgemeine Grundsätze für die Gliederung des Jahresabschlusses
 

Rn. 550

Stand: EL 15 – ET: 11/2012

§ 265 kodifiziert für KapG und ihnen gleichgestellte Gesellschaften die allg. Grundsätze für die Gliederung des JA, u. a. die Angabe von Vj.-Werten (vgl. § 265 Abs. 2). Um der handelsrechtl. Vorschrift zu genügen, können Positionen der HB und der handelsrechtl. GuV – lt. technischem Leitfaden zur E-Bilanz – sowohl für das berichtete als auch für das vorangegangene WJ übermittelt werden. Dagegen dürfen im Falle der Einreichung der StB und einer stl. GuV nur die Positionen der Berichtsperiode übermittelt werden, denn alle Positionen müssen sich zwingend auf ein und denselben zeitlichen Kontext beziehen. Bei Einreichung der Bilanz (Periodentyp "instant") ist dies der BilSt, während die GuV (Periodentyp "duration") auf einen Zeitraum, welcher in den Stammdaten durch die Angaben "Beginn des Wirtschaftsjahres" und "Ende des Wirtschaftsjahres" definiert wird, Bezug nimmt (vgl. Technischer Leitfaden zur Verwendung der HGB-Taxonomie 5.1, Tz. 12.3, S. 17f.). Hieraus folgt, dass für die stl. Deklaration nur die Werte der aktuellen Berichtsperiode zu übermitteln sind.

Darüber hinaus definiert § 265 die von den §§ 266 und 275 zulässigen Abweichungen (vgl. Dusemond/Heusinger-Lange/Knop, HdR-E, HGB § 266, Rn. 4). Hierunter fallen u. a. die Untergliederung bestimmter Bilanz- und GuV-Posten und das Hinzufügen neuer Posten (vgl. § 265 Abs. 5), die Änderung der Gliederung und der Bezeichnungen der Posten (vgl. § 265 Abs. 6), die Zusammenfassung von Posten (vgl. § 265 Abs. 7) sowie der Ausweis von Leerposten (vgl. § 265 Abs. 8). Die in § 265 Abs. 5 bis 8 gestatteten Abweichungen sind für die stl. Deklaration grds. unzulässig, denn die Gliederungen der Bilanz und der GuV müssen zwingend der Taxonomie entsprechen, da jene keine individuellen Erweiterungen zulässt (zur Einschränkung der Gliederungsflexibilität, vgl. HdR-E, Kap 6, Rn. 519). Diese Vorgehensweise erinnert an den amtlich vorgeschriebenen Vordruck für die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG durch das Kleinunternehmerförderungsgesetz v. 31.07.2003 (BGBl. I 2003, S. 1550ff.), dessen Einführung infolge der Standardisierung ebenfalls das Ende der bisherigen Gestaltungsfreiheit der stl. Gewinnermittlung bedeutete (zur Einführung der Anlage EÜR, vgl. Weilbach, E. 2005, S. 578ff.). Auch Leerposten, die dem Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit entspr. gem. § 265 Abs. 8 in der Bilanz und GuV nicht auszuweisen sind, wenn unter dem entspr. Posten im vorhergehenden WJ ebenfalls kein Betrag ausgewiesen wurde, müssen künftig in der elektronischen Bilanz und GuV enthalten sein. Eine mit einem NIL-Wert auszuweisende Position entspricht u. E. genau einem solchen Leerposten. Der Umfang der zu übermittelnden Daten wird hierdurch erheblich aufgebläht; jedoch ist diese Anforderung auf die Standardisierung der Daten für Zwecke des Risikomanagements zurückzuführen. I. R. d. Visualisierung der Daten auf Seiten der Finanzverwaltung werden diese Positionen sicherlich wieder ausgeblendet.

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