Küting/Weber, Handbuch der ... / 19. Aktivierung von Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen (§ 269 HGB a. F.)
 

Rn. 222

Stand: EL 04 – ET: 11/2009

Der Zweck dieser Bilanzierungshilfe bestand darin, in der Phase der Unternehmensgründung oder -erweiterung durch die Aktivierung solcher eigentlich nicht aktivierungsfähigen Aufwendungen einen (hohen) Verlustausweis, eine Unterbilanz und/oder die bilanzielle Überschuldung zu vermeiden bzw. in ihrem Umfang zu begrenzen (vgl. hierzu bspw. Ordelheide, D./Hartle, J. (1986), S. 15). Hierbei handelt es sich jedoch einerseits um ein Aktivierungswahlrecht, das den Bilanzierenden Spielraum für Bilanzpolitik bietet und die Vergleichbarkeit von Abschlüssen erschwert. Andererseits ist auch die Eigenart der Bilanzierungshilfe an sich kritisch zu hinterfragen, da durch sie "den unkundigen Abschlussadressaten suggeriert [wird], das Unternehmen weise noch Vermögensgegenstände auf, obwohl es sich bei § 269 nur um eine ausschüttungsgesperrte Bilanzierungshilfe handelt" (BT-Drucks. 16/10067, S. 65).

Um diesen negativen Effekten entgegenzuwirken und die Informationsfunktion des JA bzw. der Bilanz im Speziellen zu stärken wurde diese Bilanzierungshilfe gestrichen. Im Gegensatz dazu wurden die anderen einstigen Bilanzierungshilfen – aktive latente Steuern und GoF – zum Sonderposten eigener Art bzw. zu einem zeitlich begrenzt nutzbaren VG erklärt.

 

Rn. 223

Stand: EL 04 – ET: 11/2009

§ 269 ist nur noch auf JA und KA für vor dem 31.12.2009 beginnende GJ anwendbar (vgl. Art. 67 Abs. 5 EGHGB). Gem. Art. 67 Abs. 5 EGHGB kann jedoch eine vor diesem Zeitpunkt gebildete Bilanzierungshilfe unter Geltung der damit in Zusammenhang stehenden Vorschriften beibehalten bzw. fortgeführt werden.

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