Küting/Weber, Handbuch der ... / 16. Allgemeine Grundsätze für die Gliederung (§ 265 HGB) und Gliederung der Bilanz (§ 266 HGB)
 

Rn. 215

Stand: EL 04 – ET: 11/2009

Der Geltungsbereich des § 266 wird durch das BilMoG grds. nicht tangiert. Allerdings ist davon auszugehen, dass durch die Anhebung der Schwellenwerte in § 267 eine kleinere Anzahl an UN den § 266 vollumfänglich anwenden wird, da kleine KapG nur eine verkürzte Bilanz aufzustellen haben. Änderungen einzelner Vorschriften den Einzelabschluss betreffend schlagen sich auch im Bilanzgliederungsschema gem. § 266 nieder, die dazu führen, dass die Bilanzgliederung nach § 266 nun nachstehenden Aufbau besitzt:

Übersicht: Gliederung der Bilanz nach § 266 HGB (Aktivseite)

Übersicht: Gliederung der Bilanz nach § 266 HGB (Passivseite)

 

Rn. 216

Stand: EL 04 – ET: 11/2009

Im Detail ergeben sich folgende Änderungen, die sich in der Gliederung der Bilanz niederschlagen:

- Bei Ausübung des Aktivierungswahlrechts gem. § 248 Abs. 2 sind in der Bilanz unter Buchstabe A .I.1. "selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte" auszuweisen. Des Weiteren wurde vom Gesetzgeber klargestellt, dass es sich unter den in Punkt A.I.2. ausgewiesenen Konzessionen, gewerblichen Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen und Rechte an diesen Werten um entgeltlich erworbene VG handeln muss.
- Die Neuregelung gem. § 272 erlaubt zukünftig nur noch eine passive Berücksichtigung eigener Anteile. Folglich wurde der Aktivposten für eigene Anteile aus der Bilanzgliederung gestrichen und eine redaktionelle Anpassung unter Buchstabe A.III. vorgenommen. Mit der Streichung des vorgesehenen Postens für eigene Anteile im UV geht auch die Aufhebung des § 265 Abs. 3 S. 2 a. F. einher.
- Die Änderung der Bilanzierungsvorschriften zu den latenten Steuern gem. § 274 bedingen den neuen Bilanzposten "D. Aktive latente Steuern" auf der Aktiv- bzw. "E. Passive latente Steuern" auf der Passivseite.
- Als weiterer Bilanzposten wurde der unter Buchstabe E auszuweisende "aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" in das Gliederungsschema aufgenommen. Die Einführung der Vorschrift gem. § 246 Abs. 2 n.F erlaubt die Verrechnung von VG, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungs- oder vergleichbaren lfr. fälligen Verpflichtungen dienen. Übersteigt der Zeitwert dieser VG den Betrag der Schulden, so ist in dieser Höhe ein gesonderter Posten auf der Aktivseite in der Bilanz auszuweisen.
- Durch die Neufassung des § 272 Abs. 4 ist innerhalb der Gewinnrücklagen der Ausweis einer "Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten UN" vorzunehmen.

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