Küting/Weber, Handbuch der ... / 13. Währungsumrechnung (256a HGB):
 

Rn. 208

Stand: EL 04 – ET: 11/2009

Der JA ist gem. § 244 in deutscher Sprache und Euro aufzustellen. Eingeständige Grundsätze für die Umrechnung von Fremdwährungsposten existierten bisher nur für Kreditinstitute; für andere Unternehmen hatte sich der Umrechnungsvorgang an den allg. Bewertungsvorschriften zu orientieren (vgl. Langenbucher/Blaum, HdR-E, Kap 6, Rn. 505 f.).

Mit § 256a HGB führt der Gesetzgeber eine Vorschrift zur Fremdwährungsumrechnung von VG und Schulden ein, um eine einheitliche Behandlung dieser Posten zu erreichen (vgl. BT-Drucks. 16/10067, S. 62). Demnach sind am Abschlussstichtag auf fremde Währung lautende VG und Schulden zum Devisenkassamittelkurs umzurechnen. War im Reg-E noch die Unterscheidung zwischen Geld- und Briefkurs notwendig, so wird im verabschiedeten Gesetz auf den Devisenkassamittelkurs abgestellt. Die Vorschrift des § 256a beinhaltet insofern eine Vereinfachung, da die Unterscheidung in verschiedene Kursarten entfällt (vgl. zur Währungsumrechnung nach BilMoG ausführlich Küting, K./Mojadadr, M. 2009, S. 473 ff.).

 

Rn. 209

Stand: EL 04 – ET: 11/2009

Besitzen die von der Fremdwährungsumrechnung betroffenen Bilanzposten am Abschlussstichtag eine Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger, sind – aus Praktikabilitätserwägungen (vgl. BT-Drucks. 16/10067, S. 62) – das AK-Prinzip (§ 253 Abs. 1 S. 1) und das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbs. 2) nicht zu beachten. In diesen Fällen kann es zum Ausweis noch nicht realisierter Gewinne in der GuV kommen. Beträgt ihre Restlaufzeit jedoch mehr als ein Jahr, müssen bei der Umrechnung das AK-Prinzip und das Realisationsprinzip zwingend beachtet werden. Gewinne bzw. Verluste aus der Währungsumrechnung von VG oder Schulden wurden bislang in der GuV grundsätzlich in den "Sonstigen betrieblichen Erträgen" bzw. "Sonstigen betrieblichen Aufwendungen" ausgewiesen. § 256a äußert sich hierzu nicht; ein analoger Ausweis ist auch nach BilMoG vertretbar.

 

Rn. 210

Stand: EL 04 – ET: 11/2009

Der Regelungsbereich des § 256a wird sich primär auf fremde Währung lautende Forderungen und Verbindl. erstrecken (vgl. Hommel, M./Laas, S. 2008, S. 1667). Die Vorschrift des § 256a regelt explizit nur die Folgebewertung und erfasst vordergründig nicht die Zugangsbewertung. Allerdings ist der Gesetzesbegründung zum BilMoG zu entnehmen, dass aus der verpflichtenden Anwendung des Devisenkassamittelkurses für die Folgebewertung unter Berücksichtigung des AK-Prinzips folgt, dass auf Fremdwährung lautende Geschäftsvorfälle auch im Zugangszeitpunkt mit dem Devisenkassamittelkurs umzurechnen sind (vgl. hierzu Küting, K./Mojadadr, M. 2009, S. 477).

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