Küting/Weber, Handbuch der ... / 1. Der Grundsatz der Vollständigkeit
 

Rn. 37

Stand: EL 24 – ET: 11/2016

Durch die Vorschrift des § 246 Abs. 1, nach der der JA "sämtliche VG, Schulden, RAP sowie Aufwendungen und Erträge zu enthalten [hat; d. Verf.], soweit gesetzl. nichts anderes bestimmt ist", ergibt sich die grundsätzliche Bilanzierungspflicht der aktivierungsfähigen und aktivierbaren VG, der passivierungsfähigen und passivierbaren Schulden sowie der zulässigen RAP (vgl. ADS 1995, § 246, Rn. 7; Kropff, B. 1973, § 149 AktG, Rn. 44f.).

Ausgehend von der Rechenschaftslegungsaufgabe hält Schneider (D. 1971, S. 611) Bilanzierungswahlrechte für grundsätzlich nicht angebracht, da ansonsten die zur "Rechenschaft Verpflichteten selbst wählen können, was sie aktivieren und passivieren und wie sie bewerten. Bilanzierungsregeln finden ihre Rechtfertigung allein darin, daß sie das eigene Ermessen des Bilanzierenden beseitigen durch eindeutige Vorschriften". Die Ablehnung von Aktivierungs- und Passivierungswahlrechten für handelsrechtl. Zwecke wird v.a. mit der dann beeinträchtigten Informationsfunktion begründet (vgl. u. a. Baetge, J./Ballwieser, W. 1977, S. 212f.; Freericks, W. 1976, S. 215ff., 246ff.; Müller-Dahl, F. P. 1979, S. 138f.). Deshalb ist es folgerichtig, auf Bilanzierungswahlrechte weitgehend zu verzichten und nur in den Fällen, in denen dies nicht möglich ist, eine Erläuterung im Anh. zu fordern (vgl. dahingehend Leffson, U. 1987, S. 83f.).

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge