09.12.2015 | Top-Thema Jahreswechsel 2015/2016: Wichtige Informationen für das Rechnungswesen

Sozialversicherung

Kapitel
die Sozialversicherungswerte 2016, Insolvenzgeldumlage 2016 und die Künstlersozialabgabe 2016.
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Hier ein Überblick über die Sozialversicherungswerte 2016,  die Insolvenzgeldumlage 2016 und die Künstlersozialabgabe 2016.

Sozialversicherungswerte 2016

Das Bundeskabinett hat am 14.10.2015 die „Verordnung über maßgebenden Rechengrößen zur Sozialversicherung für 2016” beschlossen. Der Bundesrat hat die Werte am 27.11.2015 verabschiedet.

Zum 1.1.2016 steigen die Beitragsbemessungsgrenzen an. Das gilt für die Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung und in der Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Die bundesweit einheitliche Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (Jahresarbeitsentgeltgrenze) steigt auf 56.250 EUR (2015: 54.900 EUR). Die ebenfalls bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze für das Jahr 2016 in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 50.850 EUR jährlich (2015: 49.500 EUR).

Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung steigt auf 6.200 EUR/Monat (2015: 6.050 EUR/Monat) und die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) auf 5.400 EUR/Monat (2015: 5.200 EUR/Monat).

Insolvenzgeldumlage 2016

Die Unternehmer müssen die Insolvenzgeldumlage monatlich zusammen mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag sowie den Umlagen U1 und U2 an die Krankenkassen abführen. Ab dem 1.1.2016 beträgt für Arbeitgeber die Insolvenzgeldumlage 0,12 %.

Wohnungseigentumsgemeinschaften müssen für die von ihnen zur ordnungsmäßigen Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums Beschäftigten (Hausmeister, Reinigungskräfte, usw.) keine Insolvenzumlage bezahlen (BSG, Urteil v. 23.10.2014, B 11 AL 6/14 R).

Praxis-Tipp: Ersatz des Arbeitslohns für Arbeitnehmer von der Agentur für Arbeit

Bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers hat der Arbeitnehmer gegenüber der Agentur für Arbeit einen Anspruch auf Ersatz des Arbeitslohns, den ihm der Arbeitgeber für die letzten 3 Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens bzw. dem Beschluss, dass das Verfahren mangels Masse nicht eröffnet wird, noch nicht gezahlt hat (§ 165 SGB III).

Künstlersozialabgabe 2016

Die Künstlersozialabgabe muss von Unternehmen abgeführt werden, die künstlerische und publizistische Leistungen von Selbstständigen in Anspruch nehmen und verwerten. Der abgabepflichtige Unternehmer muss für das laufende Kalenderjahr monatliche Vorauszahlungen leisten. Zur Künstlersozialabgabe sind auch Unternehmer verpflichtet, die für Zwecke ihres eigenen Unternehmens Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben und dabei nicht nur gelegentlich Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen. Aufträge werden nur gelegentlich an selbstständige Künstler oder Publizisten im Sinne von § 24 Abs. 1 S. 2 oder § 24 Abs. 2 S. 1 KSVG erteilt, wenn die Summe der Entgelte nach § 25 KSVG aus den in einem Kalenderjahr nach § 24 Abs. 1 S. 2 oder § 24 Abs. 2 S. 1 KSVG erteilten Aufträgen 450 EUR nicht übersteigt.

Achtung: Bis 31.3.2016 ist die Künstlersozialabgabe 2015 zu melden

Zum 31.3.2016 sind die im Jahr 2015 an selbstständige Künstler und Publizisten gezahlten Entgelte auf dem hierfür vorgesehenen Formular an die Künstlersozialkasse zu melden. Anhand dieser Meldung erfolgt dann eine Abrechnung für das Jahr 2015. Der Abgabesatz zur Künstlersozialversicherung beträgt 2016 wie bisher 5,2 %.

Praxis-Tipp: Abgabe kann vermieden werden

Zahlung an eine OHG (§ 105 HGB) ist kein Entgelt für „selbstständige Künstler" nach dem KSVG (BSG, Urteil v. 16.7.2014, B 3 KS 3/13 R). Die richtige Auswahl des Vertragspartners für künstlerische und publizistische Leistungen kann also die Künstlersozialabgabe vermeiden.

Schlagworte zum Thema:  Jahreswechsel, Rechnungswesen, Sozialversicherung, Insolvenzgeldumlage, Künstlersozialabgabe, Jahresabschluss, Bilanzierung

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