19.09.2013 | Regulatorische Abgrenzungsposten

Europäische Wertpapieraufsicht lehnt IASB-Vorschlag ab

Die ESMA hat Einwendungen gegen einen IASB-Vorschlag zu Abgrenzungsposten.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA hat den Änderungsentwurf zu „Preisregulierungen im regulatorischen Umfeld“ (ED/2013/5) des IASB abgelehnt.

Das International Accounting Standards Board (IASB) April 2013 ED/2013/5 „Leitlinien zur Bilanzierung regulatorischer Abgrenzungsposten“ veröffentlicht. Dieser Änderungsentwurf war zunächst als Übergangslösung gedacht und auf die Anwendung durch IFRS-Erstanwender begrenzt. Bestehende IFRS-Anwender sollten von den Änderungen nicht betroffen sein. Eine Lösung und Vorgaben für die Regelbilanzierung sollte in der zweiten Phase des Projekts - unter Berücksichtigung des aktuell angestoßenen Projekts zum Rahmenkonzept - gefunden werden. Angesprochen von dem vorgesehenen Entwurf ist der Ansatz (neuer) regulatorischer Abgrenzungsposten sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite.

Begründung der Ablehnung

Die europäische Wertpapieraufsicht European Securities and Markets Authority (ESMA) lehnt wie schon zuvor EFRAG den Änderungsentwurf auf konzeptioneller Ebene ab. Nach Ansicht der Wertpapieraufsicht erfüllen die im Änderungsentwurf vorgesehenen (neu implementierten) regulatorische Abgrenzungsposten nicht die Definition von Vermögenswerten und Schulden auf Basis des bestehenden Rahmenkonzepts des IASB.

Wegen des potentiellen Konflikts zwischen Rahmenkonzept und den Änderungsvorschlägen solle die Verlautbarung in dieser Form daher nicht finalisiert werden. Auch sei die angestrebte Übergangslösung, wie andere ähnliche Fälle (IFRS 4 oder IFRS 6) bereits gezeigt hätten, nicht geeignet, Abweichungen in der praktischen Anwendung zu minimieren. Auch sei nicht klar, inwiefern eine Anwendung der neuen Vorschläge mit bestehenden IFRS, beispielsweise IAS 36 oder IFRS 3, korreliert oder vielmehr kollidiert.

Fazit

Damit hat die ESMA der Idee des IASB, mit den neuen Übergangsleitlinien einem speziellen Anwenderkreis eine Hilfe beim Übergang auf die IFRS zugeben, aus Sicht der europäischen Regulatoren eine formelle Absage erteilt. Der Position der ESMA ist zuzustimmen, da der bereits in der Vergangenheit selektiv gewählte Ansatz (Fortführung bisheriger lokaler Regelungen) nur bedingt zur Vergleichbarkeit beitragen konnte (z.B. IFRS 6).

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Schlagworte zum Thema:  Europäische Wertpapieraufsicht, IASB, ESMA

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