Einige wichtige Entscheidungen, ausgewählt aus der Vielzahl von Entscheidungen des BFH, die bilanzsteuerliche Thematiken berühren.

Anschaffungsnahe Herstellungskosten

Mit Urteil v. 13.3.2018 (IX R 41/17) hat der BFH entschieden, dass unvermutete Aufwendungen für Renovierungsmaßnahmen, die dazu dienen, Schäden zu beseitigen, die aufgrund des langjährigen vertragsgemäßen Gebrauchs der Mietsache durch den Mieter entstanden sind, zu anschaffungsnahen Herstellungskosten führen können. Weitere Informationen finden Sie hier: Anschaffungsnahe Herstellungskosten

Teilwertabschreibung bei Wertpapieren

In seinem Urteil v. 18.4.2018 (1 R 37/16) hat der BFH seine Rechtsprechung bestätigt, dass es allein aufgrund eines gesunkenen Kurses nicht zu einer Abschreibung auf den Wert eines festverzinslichen Wertpapiers kommen darf. Weitere Informationen finden Sie hier: Teilwertabschreibung bei Wertpapieren.

Investitionsabzugsbetrag bei Investition im Sonderbetriebsvermögen

Durch Beschluss v. 15.11.2017 (VI R 44/16) hat der BFH klargestellt, dass ein Investitionsabzugsbetrag, der zu Lasten des Gesamthandvermögens gebildet wurde, nicht deshalb rückgängig zu machen ist, weil die spätere Investition im Sonderbetriebsvermögen eines Gesellschafters erfolgt. Weitere Informationen finden Sie hier: Investitionsabzugsbetrag bei Investition im Sonderbetriebsvermögen.

Rücklage nach § 6b EStG nach Teilwertberichtigung

In welchem Umfang ein Gewinn aus der Veräußerung einer Beteiligung bei Wegfall einer zuvor erfolgten Teilwertabschreibung über eine Rücklage nach § 6b EStG korrigiert werden kann, hat der BFH entschieden (IV R 19/14).

Rückstellung für den Nachteilsausgleich bei Altersteilzeit

Am 27.9.2017 (I R 53/15) entschied der BFH, dass keine Rückstellung für den sogenannten Nachteilsausgleich bei Altersteilzeit nach dem Tarifvertrag im Öffentlichen Dienst zu bilden ist. Darüber hinaus stellt das Urteil die für die Praxis weiterhin recht praxisrelevante Aussage für die Bildung von Rückstellungen klar, dass bei der Berechnung der Rückstellungen für Jubiläumsaufwendungen eine Berechnung nach der Pauschalwertmethode zulässig ist.

Keine Ansparrücklage bei Anschaffung eines unangemessenen Pkw

In seiner Entscheidung v. 10.10.2017 (X R 33/16) urteilte der BFH, dass die Bildung einer Ansparabschreibung ausgeschlossen sei, wenn die geplanten Anschaffungen als unangemessen im Sinne des Einkommensteuerrechts anzusehen sind. Weitere Informationen finden Sie hier: Keine Ansparrücklage bei Anschaffung eines unangemessenen Pkw.

Wechsel der Abschreibungsmethode

Mit Urteil v. 29.5.2018 (IX R 33/16) hat der BFH klargestellt, dass ein Wechsel von der in Anspruch genommenen degressiven AfA gem. § 7 Abs. 5 EStG zur AfA nach der tatsächlichen Nutzungsdauer gem. § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG nicht möglich ist.

Bilanzierung von Aufwendungen und Provisionszahlungen

Mit Urteil v. 26.4.2018 (III R 5/16) hat der BFH entschieden, dass ein Provisionsanspruch des Handelsvertreters, der unter der aufschiebenden Bedingung der Ausführung des Geschäfts steht, nicht zu aktivieren ist. Aufwendungen, die im wirtschaftlichen Zusammenhang mit den Provisionsvorschüssen stehen, sind nicht als "unfertige Leistung" zu aktivieren. Weitere Informationen finden Sie hier: Bilanzierung von Aufwendungen und Provisionszahlungen.

Auflösung eines passiven Rechnungsabgrenzungspostens bei Geschäftsaufgabe

Mit Urteil v. 25.4.2018 (VI R 51/16) hat der BFH die Auffassung vertreten, dass ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten bei einer Betriebsaufgabe aufzulösen ist. Allerdings ist der Ertrag Aufgabegewinn und kein laufender Gewinn. Weitere Informationen finden Sie hier: Auflösung eines passiven Rechnungsabgrenzungspostens.

Einzahlung in die Kapitalrücklage

Leistet ein Gesellschafter, der sich für Verbindlichkeiten der Gesellschaft verbürgt hat, eine Einzahlung in die Kapitalrücklage der Gesellschaft, um seine Inanspruchnahme als Bürge zu vermeiden, führt dies zu nachträglichen Anschaffungskosten auf seine Beteiligung. Dies entschied der BFH in seinem Urteil v. 20.7.2018 (IX R 5/15). Weitere Informationen finden Sie hier: Gesellschaftereinlage als nachträgliche Anschaffungskosten auf die GmbH-Beteiligung.

Abzinsung einer Darlehensverbindlichkeit

Wird eine zunächst bedingt verzinsliche Darlehensverbindlichkeit ohne Eintritt der Bedingung nachträglich in eine fest verzinsliche Darlehensverbindlichkeit umgewandelt, liegt ein verzinsliches Darlehen vor. Eine Abzinsung hat nicht zu erfolgen. Dies bringt der BFH in seinem Urteil v. 18.9.2018 (XI R 30/16) zum Ausdruck. Weitere Informationen finden Sie hier: Zur Abzinsung nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG.

Schlagworte zum Thema:  Jahresabschluss, Bilanz, BMF-Schreiben, BFH-Urteile, EStG