Gesetzliche Neuerungen im Steuerbilanzrecht

Im Handelsbilanzrecht hat sich im Jahr 2018 nichts getan und auch im Steuerbilanzrecht hat sich unmittelbar nur recht wenig getan. Allerdings sind einige Gesetzesänderungen zu nennen, die sich indirekt auf die Steuerbilanz auswirken können, zumal im Hinblick auf die Berechnung von Steuerrückstellungen.

Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter 2018 erhöht

Neu ist die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG), bei denen eine sofortige volle Abschreibung möglich ist (§ 6 Abs. 2 EStG n.F.). Lag die Grenze seit vielen Jahren bei 410 EUR (dies resultiert aus der Umrechnung von 800 DM in EUR), wurde die Grenze nunmehr auf 800 EUR angehoben. Eine weitere Erhöhung der Grenze für GWG auf 1.000 EUR ist in der Diskussion.
Weitere Informationen finden Sie hier: Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 800 EUR erhöht.

"Jahressteuergesetz 2018"

Durch das „Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“, welches als Jahressteuergesetz 2018 (JStG) bezeichnet wird, ergeben sich einige Aspekte, die sich zumindest mittelbar auf die Steuerbilanz auswirken können:

  • So wurde § 6b Abs. 2a EStG Übertragung stiller Reserven bei der Veräußerung bestimmter Anlagegüter ergänzt. Diese Regelung enthält zur Erleichterung von Reinvestitionen in der EU/EWR die Bestimmung, dass die auf den begünstigten Veräußerungsgewinn entfallende festgesetzte Steuer zinslos in fünf gleichen Jahresraten gezahlt werden kann. Sofern die Tatbestandsvoraussetzung im Nachhinein wegen ganz oder teilweise ausbleibender Reinvestition nicht erfüllt wird, besteht insoweit kein Grund mehr, dass die Ratenzahlung zinslos gewährt wird. Daher wurde § 6b Abs. 2a EStG um eine Verzinsungsregelung bei ganz oder teilweise ausbleibender Reinvestition ergänzt. Anwendbar ist dies bereits für Gewinne, die nach dem 31.12.2017 entstanden sind. Weitere Informationen finden Sie hier: Bundesrat stimmt Jahressteuergesetz 2018 zu.
  • Für betriebliche Elektro- oder Hybridfahrzeuge, die auch privat genutzt werden können, soll der pauschale Anteil von 1% des Bruttolistenpreises auf 0,5% des Bruttolistenpreises pro Monat gesenkt werden; diese Regelung gilt für Anschaffungen nach dem 1.1.2019 und nach der derzeitigen Gesetzesfassung bis 31.12.2022. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.
  • Bei Veräußerungen zwischen 25% und 50% der Anteile an einer Kapitalgesellschaft soll der Wegfall der steuerlichen Verlustvorträge rückwirkend für die Vergangenheit ab seiner Schaffung 2008 nicht gelten. Dies ist eine Reaktion auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Allerdings ist damit nicht geklärt, ob die Regelung ab 2016 verfassungsgemäß ist und was bei Veräußerungen von mehr als 50 % geschieht. Hierzu ist ein weiteres Verfahren beim BVerfG anhängig.
  • Die Sanierungsklausel nach § 8c Abs. 1a KStG soll hingegen ab 2008 wieder gelten, da der EuGH hierin keine unzulässige Beihilfe gesehen hat.
  • Da die Regelungen zur gesetzlichen Absicherung der steuerlichen Behandlung von Sanierungsgewinnen (§ 3a EStG, § 7b GewStG) von der EU nicht als unzulässige Beihilfen angesehen werden, werden diese Bestimmungen nunmehr rückwirkend zum 5.7.2017 in Kraft gesetzt.

Weitere Informationen zum JStG 2018 finden Sie hier: Top-Thema Jahressteuergesetz 2018.

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