23.01.2014 | Short Discussion-Serie der EFRAG

Publikationen zu Equity-Methode und Standardsettingprozess

Neuen Lesestoff bietet die EFRAG im Rahmen ihrer Publikationsreihe.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die EFRAG hat zwei weitere Ausgaben ihrer neuen Publikationsreihe 'Short Discussion Series' mit Themen zur Konzeption der Equity Methode sowie zur Fortentwicklung des Standardsettingprozesses veröffentlicht.

Eine der zentralen Aufgaben der Europäischen Beratungsgruppe zur Rechnungslegung (European Financial Reporting Advisory Group, EFRAG) besteht in der (Fort-)Entwicklung und Koordination von Meinungen zur Anwendung der IFRS in der EU.

Diskussionsplattform für Rechnungslegungsthemen

Ein neues Instrument hierfür ist die von der EFRAG herausgegebene Publikationsreihe 'Short Discussion Series'. In dieser Veröffentlichung greift die EFRAG Rechnungslegungsthemen auf, die in der Praxis als problematisch oder ungelöst angesehen werden. Die Ausgaben haben hierbei den Charakter eines knappen Diskussionspapiers, welche öffentlich kommentiert werden können.
Die erste Ausgabe vom 17.1.2014 befasst sich mit dem Thema der Equity Methode und der schon lange diskutierten Frage, ob diese konzeptionell eine Konsolidierungsmethode oder vielmehr eine reine Bewertungsmethode darstellt („The Equity Method: A Measurement Basis or One-Line Consolidation?“). Anlass war die Veröffentlichung des ED/2013/10 Equity Method in Separate Financial Statements (Proposed amendments to IAS 27) im Dezember 2013 durch den IASB, der eine Anwendung der Equity Methode im Einzelabschluss wahlweise wieder erlauben soll.
Mit dem Diskussionspapier soll eine Diskussion angestoßen werden, in der vor allem konzeptionelle Frage- und Problemstellungen aus der Praxis gesammelt werden sollen. Rückmeldungen sind zum 15.5.2014 erwünscht. Danach wird die EFRAG die Ergebnisse beim IASB einbringen.

Kritische Fragen zum Standardsettingprozess

In der zweiten Ausgabe („The use of information by capital providers – implications for standard setting”) widmet sich die EFRAG (erneut) der Entwicklung des Standardsettingprozesses. Bereits Ende Dezember hatte EFRAG Ergebnisse einer Literaturanalyse zur Verwendung von Informationen durch Kapitalgeber veröffentlicht. Diese Analyse wurde gemeinsam mit dem Schottischen Institut der Wirtschaftsprüfer (Institute of Chartered Accountants in Scotland, ICAW) durchgeführt. Die zweite Ausgabe der 'Short Discussion Series' knüpft nun an diese Veröffentlichung an. Wie bereits in der Literaturanalyse erörtert, ist es für die Fortentwicklung neuer Standards von besonderer Bedeutung zu klären, wer Adressat der benötigten Informationen ist.
Das Diskussionspapier versucht insbesondere herauszustellen, wie einzelne Abschlussbestandteile bei den Nutzern aufgefasst werden. Als Beispiel sei hier das other comprehensive income genannt sowie die Frage welchen Stellenwert dieses hat. Auch die ständige Überarbeitung von bestehenden Standards und die damit verbundenen Anwendungskosten bei den Bilanzerstellern wird kritisch hinterfragt. Die hieraus gewonnen Erkenntnisse sollen im weiteren Verlauf dem IASB zufließen.

Praxistipp

Die neue Publikationsreihe des EFRAG ist als zusätzliche Information für den geneigten Leser von Bedeutung. Für den jetzt aktuellen Abschluss haben die Diskussionspapiere jedoch keine Relevanz.

Schlagworte zum Thema:  EFRAG, IASB, IFRS

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