Für den Jahresabschluss 2017 sind wenige gesetzliche Änderungen zu beachten. Welche das sind, zeigt dieses Kapitel.

Anwendung des Bilanzrichtlinienumsetzungsgesetzes (BilRuG) sowie Neuerungen beim Lagebericht für den Jahresabschluss 2017

  • Die Praxis hat gezeigt, dass die Regelungen des BilRuG  nicht bei allen – zumal kleineren – Unternehmen in vollem Umfang auf den Jahresabschluss zum 31.12.2016 angewandt wurden, obwohl dies hätte geschehen müssen. Es soll deshalb nochmals auf die neuen handelsrechtlichen Bestimmungen hingewiesen werden. Auswirkungen ergeben sich vor allem bei den Umsatzerlösen, dem Wegfall des außerordentlichen Ergebnisses sowie hinsichtlich der neuen und weggefallenen Angabepflichten im Anhang um Jahresabschluss.
  • Wesentlichen Änderungen haben in 2017 die Regelungen zum Lagebericht für kapitalmarktorientierte Gesellschaften durch das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (BGBl. I 2017, S. 892) erfahren. Da diese §§ 289a ff. HGB jedoch für die allermeisten Unternehmen keine Bedeutung haben, soll auf sie nur hingewiesen werden.

Gesetzliche Neuerungen im Steuerbilanzrecht

  • Wirklich neu ist die Grenze für Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG), bei denen eine sofortige volle Abschreibung möglich ist (§ 6 Abs. 2 EStG n.F.). Lag die Grenze seit vielen Jahren bei 410 EUR, wurde die Grenze nunmehr auf 800 EUR angehoben. Auch die Grenzwerte für die mögliche Poolabschreibung nach § 6 Abs.2a EStG wurde auf 250 EUR bis 1.000 EUR angehoben. Allerdings gilt diese neue Rechtslage, die durch das Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen vom 27.6.2017 (BGBl. I 2017, S. 2074) und das Zweite Bürokratieentlastungsgesetz vom 30.6.2017 geschaffen wurde (BGBl I 2017, S. 2143), erst für Anschaffungen ab dem 1.1.2018.
  •  Zu beachten ist auch die Neuregelung der gesetzlichen Bestimmungen zur Steuerfreiheit von Sanierungsgewinnen. Der BFH (GrS v. 28.11.2016, Aktenzeichen GrS 1/15) hat nämlich festgestellt, dass der bisherige Sanierungserlass rechtswidrig gewesen ist; deshalb bestand Rechtsunsicherheit. Nunmehr hat der Gesetzgeber durch das Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen vom 27.6.2017 (BGBl. I 2017, S. 2074) schnell reagiert und eine gesetzliche Regelung in § 3a EStG für die Steuerfreiheit von Sanierungsgewinnen geschaffen. Die Regelung gilt über § 8 KStG auch für die Körperschaftsteuer, für die Gewerbesteuer ist der § 7b GewStG zu beachten. Begünstigt wird der Erlass für die Sanierung eines sanierungsbedürftigen und sanierungsfähigen Unternehmens. Zu beachten ist allerdings, dass der BFH die Übergangsregelung des BMF zur Anwendung des Sanierungserlasses auf Altfälle mit Urteilen v. 23.8.2017, (Aktenzeichen I R 52/14 und X R 38/15) ebenfalls für rechtswidrig erklärt hat. 
  • Neu ist die Bestimmung § 4j EStG, die den Abzug von Lizenzzahlungen in das Ausland beschränkt („entsprechend der Zinsschranke“). Es handelt sich hierbei um eine Reaktion auf die Vertragsmodelle internationaler Konzerne. Auch diese Bestimmung wurde durch das Gesetz  gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen vom 27.6.2017 (BGBl. I 2017, S. 2074) in das EStG eingefügt.
  •  Schließlich sei auf Neuerungen im Zusammenhang mit Drittstaat-Gesellschaften verwiesen, da sich hieraus zwar keine direkten Folgen auf die Steuerbilanz ergeben, teilweise aber erhebliche neue Pflichten auf Steuerpflichtige zukommen können. So sind Meldepflichten zu beachten (§ 138 AO), es besteht eine Aufbewahrungspflicht (§ 147a Abs. 2 AO) und es kann in jedem Fall eine Außenprüfung durchgeführt werden (§ 193 AO, § 203a AO). Die Neuregelungen sind durch das Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz vom 23.6.2017 in die AO eingefügt worden (BGBl. I 2017, S. 1682).

 

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Schlagworte zum Thema:  Gesetzesänderung, Jahresabschluss