| HGB-Reform kommt

Referentenentwurf zum Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetz liegt vor

Die nächste HGB-Reform: Die Umsetzung der EU-Rechnungsrichtlinie bringt neue Schwellenwerte für Unternehmen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hat den Referentenentwurf zur Umsetzung der EU-Rechnungslegungsrichtlinie (2013/34/EU) vorgelegt. Die meisten der geplanten Änderungen müssen die betroffenen Unternehmen in den Geschäftsjahren ab 2016 umsetzen.

Die wichtigste Regelung im Entwurf des Umsetzungsgesetzes (BilRUG) ist jedoch, dass Unternehmen die geplante Erhöhung der Schwellenwerte für die Unternehmensgrößenklassen von Kapital- und diesen gleichgestellten Gesellschaften sowie die Erhöhung der Schwellenwerte für die Befreiung von der Konzernrechnungslegung bereits auf das laufende Geschäftsjahr 2014 anwenden können. Konkret sind folgende Erhöhungen im Gesetzentwurf vorgesehen, wobei insbesondere die kleinen Gesellschaften profitieren und die Werte für die Kleinstkapitalgesellschaften unverändert bleiben:

 

Größenklasse

 

Kleinst

Klein

Mittel

Groß

Bilanzsumme in Mio. €

≤ 0,35

(0,35 – 4,84)

0,35 – 6

(4,84 – 19,25)

6 – 20

(> 19,25)

> 20

Umsatz in Mio. €

≤ 0,7

(0,7 – 9,68)

0,7 – 12

(9,68 – 38,5)

12 – 40

(> 38,5)

> 40

Mitarbeiter

≤ 10

> 10

≤ 50

≤ 250

> 250

Die Klammerwerte stellen die aktuell in § 267 HGB vorgeschriebenen Schwellenwerte dar.

Auch wenn das Gesetz wohl erst im kommenden Jahr verabschiedet werden wird, kann es sich lohnen, gegebenenfalls unter Einsatz abschlusspolitischer Instrumente die Bilanzsumme und die Umsatzerlöse unter diesen (neuen) Schwellenwerten zu halten, um von den Erleichterungen einer kleineren Größenklasseneinordnung profitieren zu können.

Auch die Schwellenwerte für die Konzernrechnungslegung werden angehoben, wobei die Nettowerte weiterhin den (angepassten) für die großen Kapitalgesellschaften entsprechen (s. Tabelle). Die Bruttowerte steigen nach § 293 HGB-E auf 24 Millionen Euro Bilanzsumme und 48 Millionen Euro Umsatz.

Darüber hinaus sind viele weitere Änderungen enthalten, die jedoch erst ab dem Geschäftsjahr 2016 gelten sollen. Dazu gehören:

  • Abschaffung des Ausweises von außerordentlichen Ergebnissen in der GuV.
  • Änderungen bei den Anhang- und Lageberichtsangaben.
  • Redaktionelle Klarstellungen und Umgliederungen. So wird die Pflicht zur Erstellung des Anlagespiegels von § 268 HGB in § 284 HGB-E verlagert.
  • Änderungen der Erleichterungen für kleine- und mittelgroße Kapitalgesellschaften.
  • Übernahme der Konzernabschluss-Befreiungsverordnung ins HGB (§ 292 HGB-E).
  • Übertragung der Erleichterungsmöglichkeiten auf Kleinstgenossenschaften (§§ 336 ff. HGB-E).
  • Forderung eines neuen Berichts über die Zahlung an staatliche Stellen („Zahlungsbericht“; Country-by-Country-Reporting) von Rohstoffunternehmen (§§ 341q ff. HGB)

Wahlrechte zum Bürokratieabbau sollen genutzt werden

Mit diesem Gesetz will der Gesetzgeber die europäischen Vorgaben umsetzen, wobei die dabei zur Verfügung stehenden Wahlrechte zum Bürokratieabbau möglichst genutzt werden sollten. Es wird eine geringe Erhöhung des Erfüllungsaufwands durch geänderte Vorgaben zur Rechnungslegung in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro und eine Belastung der Wirtschaft durch den Zahlungsbericht von Unternehmen des Rohstoffsektors in Höhe von ca. 53 Millionen erwartet. Dem stehen Entlastungen der Wirtschaft durch die Anhebung der Schwellenwerte für die Größenklassen von Kapitalgesellschaften in Höhe von rund 120 Millionen Euro gegenüber.

Das könnte Sie auch interessieren:

Schlagworte zum Thema:  (Handelsgesetzbuch) HGB, EU-Richtlinie, Schwellenwerte, BilRUG

Aktuell

Meistgelesen