| Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Rechnungsabgrenzung bei Kreditnebenkosten und fallenden Darlehenszinsen

Aktive Rechnungsabgrenzung oder Betriebsausgabenabzug für Kreditnebenkosten?
Bild: Haufe Online Redaktion

Der BFH äußert sich zur Bilanzierung eines Bearbeitungsentgelts bei Darlehensverträgen sowie zur bilanziellen Behandlung jährlich fallender Zinssätze.

Aktive Rechnungsabgrenzung bei laufzeitabhängigem Kreditbearbeitungsentgelt

Bei Darlehensverträgen hat der Kreditnehmer bisweilen Kreditnebenkosten in Form von einmaligen Bearbeitungsentgelten zu entrichten. In seinem Urteil vom 22.6.2011 hatte der BFH zu entscheiden, ob diese als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten oder als sofort abzugsfähige Betriebsausgaben zu erfassen sind. Sofort abzugsfähige Betriebsausgaben liegen nach Auffassung des BFH vor, wenn die Bearbeitungsentgelte im Falle einer vorzeitigen Vertragsbeendigung vom Kreditnehmer nicht (anteilig) zurückzuzahlen sind. Sofern jedoch die Beteiligten das Darlehen nur aus wichtigem Grund kündigen können und konkrete Anhaltspunkte fehlen, dass diese Kündigung in den Augen der Vertragsparteien mehr ist als nur eine theoretische Option, sind die Bearbeitungsentgelte über einen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten auf die Kreditlaufzeit zu verteilen und die Bearbeitungsentgelte als laufzeitabhängige Vergütung anzusehen.

Aktive Rechnungsabgrenzung bei jährlich fallenden Darlehenszinsen

In Anlehnung an seine Rechtsprechung zur Rechnungsabgrenzung von einmalig gezahlten Bearbeitungsentgelten hat der BFH mit Urteil vom 27.7.2011 über die periodengerechte Behandlung von jährlich fallenden Zinssätzen (Step-down) entschieden. Für jährlich fallende Zinsen ist danach ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten zu erfassen, wenn der Darlehensnehmer bei vorzeitiger Vertragsbeendigung die anteilige Erstattung von bereits gezahlten Zinsen verlangen kann. Unabhängig von einem entsprechenden Erstattungsanspruch hat der Darlehensnehmer einen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten zu bilden, wenn das Darlehen nur aus wichtigem Grund gekündigt werden kann und konkrete Anhaltspunkte fehlen, dass diese Kündigung in den Augen der Vertragsparteien mehr ist als nur eine theoretische Option. In diesem Falle stellen die zu Beginn der Laufzeit gezahlten höheren – über dem durchschnittlichen Zinssatz liegenden – Zinsen bereits eine Vorleistung auf die nach dem Bilanzstichtag liegende Überlassung des Darlehensbetrags dar.

Schlagworte zum Thema:  Darlehenszinsen, Kreditnebenkosten

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