| Leasing-Bilanzierungsreform

Leasingbranche lehnt Vorschlag des IASB ab

Große Leasinganbieter befürchten negativen Folgen bei der vom IASB geplanten Bilanzierungsreform.
Bild: Hannover Leasing

Die Europäische Leasingwirtschaft hat erhebliche Zweifel an der konzeptionellen Schlüssigkeit und der praktischen Anwendbarkeit des neuen Reformvorschlags des IASB zur Bilanzierung von Leasinggeschäften. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Dachverbands Leaseeurope hervor.

Die internationalen Standardsetzer International Accounting Standards Board (IASB) und Financial Accounting Standards Board (FASB) hatten am 16. Mai ihren neu gefassten Vorschlag für eine Reform der internationalen Leasing-Bilanzierung nach IFRS (ED/2013/6 Leases) vorgelegt. Nach rund zweieinhalbjähriger Überarbeitung des ursprünglichen Entwurfs, der in der Öffentlichkeit auf heftige Kritik gestoßen war, können die Betroffenen jetzt erneut dazu Stellung nehmen. Das Vorhaben betrifft Vermieter und Mieter sowie Leasing-Geber und Leasing-Nehmer, die nach den internationalen Rechnungslegungsstandards bilanzieren.

IFRS modifiziert bisherige Vorschläge

Obwohl die Standardsetzer weiterhin eine Bilanzierung aller mit Miet- und Leasing-Verhältnissen verbundenen Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten anstreben („Right-of-Use-Ansatz“), wurde der Anwendungsbereich des neuen Standards an verschiedenen Stellen eingeschränkt und eine unterschiedliche Behandlung von beweglichen Wirtschaftsgütern und Immobilien berücksichtigt.

Dennoch hat der Dachverband der europäischen Leasingwirtschaft nach einer ersten Bewertung des Vorschlags „Anlass zu erheblichen Zweifeln an der konzeptionellen Schlüssigkeit und der praktischen Anwendbarkeit des Reformvorschlags“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Aus Sicht der Leasing-Branche führe das Vorhaben nicht zu einer verbesserten Finanzberichterstattung, sondern zu hohen Kosten für die Einrichtung und laufende Anwendung der komplexen neuen Regelungen, die nicht zu rechtfertigen seien, begründet der Verband seine Kritik.

Leasingbranche: Bestehende Bilanzierungsregeln ausreichend

Leaseeurope-Generalsekretär Tanguy van de Werve bekräftigte bei einer Konferenz in Brüssel die Kritik der Verbände: „Angesichts der Bestrebungen der europäischen Politik, den Unternehmen den Zugang zu dringend benötigten Investitionsgütern zu erleichtern und dadurch mehr Wachstum zu ermöglichen, kann vor einem Herumdoktern an den bewährten Grundsätzen zur Bilanzierung von Miet- und Leasing-Verhältnissen nur gewarnt werden.“ Sie beruhten auf einem konzeptionell schlüssigen Regelwerk, durch das der jeweilige wirtschaftliche Gehalt verschiedenartigster Miet- und Leasing-Verhältnisse zutreffend abgebildet werden könne. „Die Spannweite der in Frage kommenden Transaktionen ist extrem breit und reicht von finanzierungsähnlichen Mietkaufgeschäften über die klassische zeitweilige Nutzungsüberlassung bis hin zum kompletten Full-Service-Leasing, das dem Kunden ein vollständiges Outsourcing des gesamten Investitions- und Asset-Management-Prozesses ermöglicht“, so van de Werve weiter. Der Reformvorschlag der Standardsetzer werde dieser Vielfalt hingegen weiter nicht gerecht.

Schlagworte zum Thema:  Leasing, IFRS, IASB

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