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Karrierechancen für Finanzexperten: Unternehmen suchen verstärkt Controller und Buchhalter

In 2012 planen viele Unternehmen Neueinstellungen im Finanzbereich, wie eine aktuelle Studie zeigt. Doch die gewünschten Controller, Buchhalter und Compliance-Experten sind nicht leicht zu bekommen. Besondere Schwierigkeiten haben dabei die Mittelständler.

Deutlich mehr Einstellungen von Finanzexperten in 2012 geplant

2012 blicken viele Unternehmen wieder optimistisch in die Zukunft und planen verstärkt Zuwächse in ihren Finanzabteilungen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Personaldienstleisters Robert Half. Besonders freuen über gute Berufsaussichten können sich Controller, Finanz- und Bilanzbuchhalter sowie Leiter der Hauptbuchhaltung und des Rechnungswesens. Aber auch im Bereich Compliance suchen immerhin 14% der Befragten neue Kollegen.

In Europa suchen vor allem Unternehmen in

  • Deutschland (45%),
  • Großbritannien (37%) und
  • Frankreich (33%)

nach Nachwuchs. Die deutschsprachigen Nachbarn in Österreich und der Schweiz sind mit 10% bzw. 6% der Nennungen zurückhaltender. Sie geben mehrheitlich an, den Bestand an Finanzexperten vorerst nicht ändern zu wollen. Ein Blick aus Europa heraus zeigt aber, dass die positiven Berufschancen auch in anderen Ländern gelten. In den drei Schwellenländern Brasilien, China und Chile geben rund die Hälfte der Unternehmen an, in den nächsten Monaten ihren gestiegenen Bedarf an Finanzexperten decken zu wollen.

Wirtschaftliche Erholung und mehr Arbeitsaufwand steigern Personalbedarf

Die zentralen Gründe für den zusätzlichen Bedarf an Mitarbeitern in der Finanzabteilung liegen zum einen in der positiven wirtschaftlichen Entwicklung. Dadurch bedingt fällt auch wieder mehr Arbeit an. Dies ist in allen befragten Ländern der zentrale Grund.

In einigen Ländern kommen aber noch Besonderheiten hinzu.

  • In Österreich geben beispielsweise 20% der Studienteilnehmer an, dass Unternehmenszusammenschlüsse und Übernahmen zu einem höheren Bedarf an Finanzexperten geführt haben. In Deutschland und Großbritannien nennen dies immerhin 10% bzw. 8% der Befragten.
  • Hinzu kommen auch technische Weiterentwicklungen und IT-Upgrades im Finanzbereich. 6% der Unternehmen in Deutschland und 4% in Großbritannien suchen Mitarbeiter, die sich sowohl im Finanzbereich auskennen als auch mit IT-Affinität glänzen.

Die Gründe für den vorangegangenen Personalabbau lassen sich teilweise mit der sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage in den letzten Monaten erklären. Hinzu kommen Prozessverbesserungen, Kostensenkungsprogramme und eine gesunkene Nachfrage.

 

Gefragte Fachkräfte sind schwer zu bekommen

Das Recruiting der begehrten Finanzexperten gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht. Gerade Mittelständler stehen hier vor einigen Herausforderungen. 73% der mittelständischen Betriebe haben Probleme damit, geeignetes Personal zu gewinnen. Immerhin 10% stufen die Situation als sehr problematisch ein.

In vielen europäischen Volkswirtschaften wird die Lage auf dem Arbeitskräftemarkt als angespannt, aber nicht als ernst eingestuft. Diese Auffassung teilen rund die Hälfte der Unternehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Großbritannien. Einig sind sich die Unternehmen auch darin, dass Experten im Finanz- und Rechnungswesen am schwierigsten zu rekrutieren sind. Teilweise gilt dies auch für den Audit-Bereich (siehe Tabelle 1). Damit verbunden ist auch die Sorge, Leistungsträger an Wettbewerber zu verlieren.

 DeutschlandÖsterreichSchweizFrankreichGroß-britannien
Sehr schwierig16%23%12%16%24%
Geht so65%48%50%58%54%
Nicht schwierig18%25%30%21%18%
Weiß nicht1%4%8%5%4%

Tabelle 1: Wie herausfordernd ist die Rekrutierung von Finanzexperten?
Quelle: Robert Half, Workplace Survey Q1/2012: Financial Hiring Index.

 

Grundlagen

Der Personaldienstleister Robert Half veröffentlichte die Ergebnisse im März 2012 auf seiner Homepage.

Ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut führte im Auftrag von Robert Half die Studie „Workplace Survey“ im Dezember 2011 und Januar 2012 durch. 2.500 CFOs in 19 Ländern nahmen an der Studie teil.

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