Erfahren Sie hier, welche BMF-Schreiben von besonderer Relevanz sind, so etwa die Erweiterung der Ortsbestimmung für sonstige Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück, die umsatzsteuerliche Behandlung von Bitcoin und anderen virtuellen Währungen, die Überlassung eines betrieblichen Kfz an Arbeitnehmer sowie das Schreiben zu den EC-Kartenumsätzen im Kassensystem.

Ort der sonstigen Leistung im Zusammenhang mit einem Grundstück

BMF, Schreiben v. 5.12.2017: Der Grundsatz besagt, dass sonstige Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück dort ausgeführt werden, wo das Grundstück liegt, § 3a Abs. 3 S. 1 Nr. 1 UStG. Unter die sonstigen Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück fallen u.a. auch die juristischen Leistungen im Zusammenhang mit Grundstücksübertragungen oder der Einräumung von Rechten. Die juristischen Dienstleistungen wurden durch das BMF-Schreiben erweitert, in Abschnitt 3a.3 Abs. 9 UStAE wurde eine Nummer 9 ergänzt. Hiernach fallen u.a. auch die Leistungen im Zusammenhang mit bestimmten Rechten wie Miet- und Pachtrechten. Zur Klarstellung und Abgrenzung der nicht grundstücksbezogenen Dienstleistungen wurde auch Abschnitt 3a.3 Abs. 10 UStAE ergänzt. 

Umsatzsteuerliche Behandlung von Bitcoin und anderen virtuellen Währungen

BMF, Schreiben v. 27.2.2018: Der Erwerb, die Veräußerung und der Handel mit virtuellen Währungen beschränkt sich schon lange Zeit nicht mehr nur auf die private Vermögensebene. Der EuGH-Rechtsprechung in der Sache „Hedqvist“ v. 22.10.2015 folgend, hat sich das BMF zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Bitcoin und anderen virtuellen Währungen geäußert. 

Der entgeltliche Umtausch von virtuellen Währungen in konventionelle Währungen stellt eine steuerfreie Leistung i.S.d. Art. 135 Abs. 1 Buchstabe e der MwStSystRL dar, weil lediglich Geld gegen Geld getauscht wird. Die virtuelle Währung gilt als gesetzliches Zahlungsmittel, dieser Meinung hat sich nun auch die Finanzverwaltung angeschlossen. Voraussetzung für das Vorliegen eines Zahlungsmittels ist, dass es als solches von den Vertragspartnern akzeptiert wird und keinen anderen Zweck hat als das eines Zahlungsmittels. Wird eine Lieferung oder sonstige Leistung mit virtueller Währung bezahlt, hat die Umrechnung in Landeswährung zu erfolgen. Darüber hinaus sind Dokumentationsverpflichtungen seitens des umrechnenden Unternehmers zu beachten. Die Dokumentation hat Angaben über das genutzte Umrechnungsportal, den Umrechnungskurs sowie den Tag der Umrechnung zu enthalten. Analog sollte der Leistungsempfänger, sofern er den Vorsteuerabzug nicht verlieren möchte, eine Umrechnung mit entsprechend dokumentierten Angaben vornehmen.


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Umsatzsteuerliche Behandlung von virtuellen Währungen

Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer

BMF, Schreiben v. 4.4.2018: Das Schreiben stellt die Überarbeitung des BMF-Schreibens vom 28.5.1966 dar und ist darüber hinaus eine Zusammenfassung einiger vorhergehender BMF-Schreiben.

Entscheidende Themen sind die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, das Nutzungsverbot, die Beurteilung der Überlassung mehrerer Fahrzeuge, das Fahrtenbuch, das Nutzungsentgelt sowie die Zuzahlung des Arbeitnehmers zu den Anschaffungskosten des Fahrzeugs.


Weitere Informationen finden Sie hier:

BMF-Kommentierung - Private Pkw-Nutzung - Lohnsteuer und Kfz-Überlassung

EC-Kartenumsätze im Kassensystem

BMF, Schreiben v. 29.6.2018: In diesem Schreiben stellt das BMF klar, dass die Erfassung von EC-Kartenumsätzen im Kassenbuch einen formellen Mangel in der Führung des Kassenbuches darstellt, so ist doch Sinn und Zweck des Kassenbuches die Dokumentation des aktuellen (Bar)Bestands der Kasse und eben nicht der unbaren EC-Kartenumsätze. Werden die im Kassenbuch erfassten EC-Kartenumsätze jedoch kenntlich gemacht oder auf ein gesondertes Konto umgetragen, soll die Kassensturzfähigkeit weiterhin erhalten bleiben.


Weitere Informationen finden Sie hier:

EC-Karten-Umsätze im Kassenbuch