10.12.2013 | Top-Thema Jahreswechsel: Wichtige Informationen für das Rechnungswesen

Bilanzierung und Jahresabschluss

Kapitel
Bild: Michael Bamberger

Was Sie bei E-Bilanz und MicroBilG beachten sollten.

E-Bilanz

Für Wirtschaftsjahre ab dem 1.1.2013 muss die Einreichung der Jahresabschlussbilanz in elektronischer Form erfolgen. Das BMF hat im September 2012 eine Broschüre zum Projekt E-Bilanz veröffentlicht, die heruntergeladen werden kann.

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Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften und Kleinstkapitalgesellschaften

Unter bestimmten Voraussetzungen können Kleinstkapitalgesellschaften bei der Veröffentlichung des Jahresabschlusses auf einen Anhang verzichten sowie Erleichterungen bei der Gliederung von Bilanz und Gewinn- und Verlust-Rechnung nutzen.

Kleinstkapitalgesellschaften erfüllen ihre handelsrechtlichen Offenlegungspflichten auch, wenn sie nur eine Hinterlegung der Bilanz beim Unternehmensregister in elektronischer Form vorzunehmen. Eine Veröffentlichung des Jahresabschlusses im Bundesanzeiger ist dann nicht mehr notwendig.

Eine Kleinstkapitalgesellschaft liegt vor, wenn Umsatzerlöse nicht höher als 700.000 EUR sind bzw. die Bilanzsumme 350.000 EUR nicht überschreitet und das Unternehmen nicht mehr als 10 Mitarbeiter hat. Dem Betreiber des Bundesanzeigers muss mitgeteilt werden, dass zwei der drei in § 267a Abs. 1 HGB genannten Kriterien für die letzten beiden Abschlussstichtage nicht überschritten worden sind.

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Für kleinste und kleine Kapitalgesellschaften gibt es im handelsrechtlichen Ordnungsgeldverfahren Erleichterungen für nach dem 31.12.2012 endende Geschäftsjahre, wenn sie zwar ihren Publizitätspflichten nachkommen wollen, aber Fristen versäumt haben und die Einreichung noch vor der Entscheidung über die Festsetzung eines Ordnungsgelds erfolgt. Die Mindestordnungsgelder betragen dann 1.000 EUR für kleine Kapitalgesellschaften bzw. 500 EUR für Kleinstkapitalgesellschaften.

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Praxis-Tipp: Die Veröffentlichung eines nichtigen Jahresabschlusses erfüllt die Offenlegungsverpflichtung gem. § 325 HGB, da sich die Prüfung auf die Vollständigkeit und Vollzähligkeit der Unterlagen beschränkt. Folglich muss ein solcher etwaiger inhaltlicher bzw. formeller Mangel der Ausweisung aller Positionen in der Bilanz mit „Null“ erst Recht zur Erfüllung genügen. Die Ausweisung der Posten als jeweils „Null“ berührt nicht die Vollständigkeit der Unterlagen, sondern nur die inhaltliche Richtigkeit, welche im Verfahren gem. §§ 335, § 325 HGB nicht maßgeblich ist (LG Bonn, Beschluss v. 15.3.2012, 37 T 730/12).

Hinweis: Bei Änderungen bereits offengelegter Unterlagen müssen aber nach § 325 Abs. 1 Satz 6 HGB auch diese Änderungen beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers nachgereicht und im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht werden (FinMin Schleswig-Holstein, Kurzinformation vom 30.6.2011, VI 304-S 2141-011).

Schlagworte zum Thema:  Bilanzierung, Jahresabschluss, MicroBilG, E-Bilanz, Unternehmensregister, Rechnungswesen, Jahreswechsel

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