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Die wichtigsten BMF-Schreiben für den Jahresabschluss 2016. Bild: Haufe Online Redaktion

Welche  BMF-Schreiben für den Jahresabschluss 2016 relevant sind - hier erhalten Sie einen Überblick.

Teilwerterlass ist zu beachten

Steuerpflichtige haben ab sofort den neuen Teilwerterlass vom 2. September 2016 zu beachten. Dieser tritt an die Stelle des vorherigen Erlasses zu diesem Thema vom 16. Juli 2014. Inhaltlich bringt der neue Erlass vor allem Ergänzungen zur Teilwertabschreibung bei Wertpapieren. Die übrigen Aussagen des Erlasses zur Teilwertabschreibung und Wertaufholung sind im Wesentlichen nicht neu, er ist jedoch gegenüber der Vorversion recht umfassend neu strukturiert worden. Die umfangreichen Beispiele ermöglichen es dem Steuerpflichtigen zu beurteilen, wann eine Teilwertabschreibung in Betracht kommt. Zentrale Bedeutung kommt in der Praxis der rechtzeitigen Beweisvorsorge zu, da Fragen im Zusammenhang mit der Teilwertermittlung oftmals erst nach Jahren im Rahmen einer Betriebsprüfung zur Diskussion kommen. Insofern bietet dieses BMF-Schreiben Anlass, die bislang erfolgte Beweisvorsorge zu prüfen.

Taxonomie 6.0

Weiterhin wurde mit Schreiben vom 24. Mai 2016 die aktuelle Taxonomie 6.0. veröffentlicht. Diese sind bei der Erstellung der E-Bilanz für Zeiträume nach dem 31. Dezember 2016 anzuwenden. Für die Erstellung der E-Bilanz nach § 5b EStG zum 31. Dezember 2016 gilt somit noch die vorherige Taxonomie 5.0. Ein Anpassungsbedarf sollte gleichwohl rechtzeitig geprüft werden.

Gewinnrealisierung vor Abnahme

Mit dem BFH-Urteil vom 14. Mai 2014 wurde entschieden, dass Planungsleistungen eines Ingenieurs bereits zu einer Gewinnrealisierung vor Abnahme führen, wenn Anspruch auf Abschlagszahlung nach § 8 Abs. 2 HOAI 1995 entstanden sind. Diese Entscheidung hat das BMF aufgegriffen und zunächst mit Schreiben vom 29. Juni 2015 die Anwendung der BFH-Rechtsprechung erklärt. Für erhebliche Unruhe hat dabei gesorgt, dass eine Ausdehnung der Rechtsprechung insbesondere auf Abschlagszahlungen für Werkverträge nach § 632a BGB erfolgen sollte. Auf die erhebliche Kritik an seinem Schreiben hat das BMF in 2016 reagiert. Mit dem BMF-Schreiben vom 15. März 2016 wurde das BMF-Schreiben vom 29. Juni 2015 aufgehoben und nunmehr eine Begrenzung der Rechtsprechung auf die Fälle der § 8 Abs. 2 HOAI 1995, die in der Zwischenzeit schon kein aktuelles Recht mehr ist, erklärt.

Geltendmachung von Investitionsabzugsbeträgen

Mit Schreiben vom 15. Januar 2016 (Az. IV C 6 - S 2139-b/13/10001) hat das BMF die Rechtsprechung des BFH zur nachträglichen Geltendmachung von Investitionsabzugsbeträgen übernommen. Der BFH hat mit Urteil vom 12. November 2014 entschieden, dass ein Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG in der Fassung des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 in einem Folgejahr innerhalb des dreijährigen Investitionszeitraums bis zum gesetzlichen Höchstbetrag aufgestockt werden kann. Er widerspricht damit der in Randnummer 6 des BMF-Schreibens vom 20. November 2013 (BStBl I S. 1493) enthaltenen Regelung, wonach ein Investitionsabzugsbetrag für ein begünstigtes Wirtschaftsgut nur in einem Wirtschaftsjahr geltend gemacht werden kann.

Schlagworte zum Thema:  Bundesministerium der Finanzen (BMF), BMF-Schreiben, Jahresabschluss

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