Bei der Erstellung des Jahresabschlusses 2016 sind einige wichtige Neuerungen sowohl im Handelsrecht als auch im Steuerrecht zu beachten. Wie jedes Jahres gibt es auch für den Jahresabschluss 2016 einige neue gesetzliche Regelungen, aber auch neue Verwaltungsanweisungen und Rechtsprechung, die Sie kennen und anwenden müssen. Nachfolgend werden die für den steuerlichen Jahresabschluss wesentlichen Neuerungen in zusammengefasster Form dargestellt.

Die wichtigsten Änderungen durch das BilRUG

Erstmalig auf den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 in vollem Umfang anzuwenden sind die umfangreichen Änderungen, die das HGB durch das Gesetz zur Umsetzung der Bilanzrichtlinie der EU vom 22. Juli 2015 (BGBl. I 2015, 1245) erfahren hat. Hiervon seien als wichtigste Änderungen, die auch Auswirkungen auf den für steuerliche Zwecke zu erstellenden Jahresabschluss von kleinen und mittleren Unternehmen haben, genannt:

  • Anhebung der finanziellen Schwellenwerte bei den Größenklassen nach § 267 HGB: Bekanntlich ergeben sich für Kapitalgesellschaften und diesen gleichgestellten Gesellschaften erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Pflichten im Rahmen der Aufstellung und Offenlegung eines Jahresabschlusses, je nachdem welcher Größenklasse eine Gesellschaft im Sinne des § 267 HGB zugehörig ist. So müssen insbesondere kleine Unternehmen keinen Lagebericht erstellen und sich auch nicht von einem gesetzlichen Abschlussprüfer prüfen lassen. Die Anhebung der Schwellenwerte, die dazu führt, dass eine Vielzahl von Unternehmen in eine kleinere Größenklasse fällt, ist deshalb unter Umständen als eine erhebliche Erleichterung anzusehen. Das Größenkriterium der Bilanzsumme wurde hierbei für die Einstufung als kleine Gesellschaft von 4,84 Mio. EUR auf 6,0 Mio. EUR angehoben, die Kennzahl für die Umsatzerlöse von 9,68 EUR auf 12,0 Mio. EUR. Die Anzahl der Mitarbeiter von 50 blieb hingegen unverändert. Die entsprechenden Grenzwerte für eine mittelgroße Gesellschaft betragen nunmehr 20,0 Mio. EUR bei der Bilanzsumme und 40,0 Mio. EUR, bei den Umsatzerlösen. Die Arbeitnehmerzahl ist auch hier mit 250 unverändert. Wie bisher müssen zwei von drei Kriterien an zwei Stichtagen nacheinander erfüllt sein, damit eine Einordnung in eine Größenklasse erfolgt.
  • Änderung der Definition der Umsatzerlöse: Die Definition der Umsatzerlöse in § 277 Abs. 1 HGB wurde geändert. Die neue Definition beschränkt die Umsatzerlöse nicht mehr auf die gewöhnlichen oder typischen Erlöse des Unternehmens, sondern schließt alle Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung von Produkten oder der Erbringung von Dienstleistungen ein. Hiernach fallen etwa nunmehr auch die Vermietung von Werkswohnungen oder der Betrieb der Kantine unter den Begriff der Umsatzerlöse. Unmittelbare steuerliche Auswirkungen ergeben sich hieraus zwar nicht, doch ist in jedem Fall auf die Verwendung eines aktuellen Kontenrahmens zu achten, allein schon um den Anforderungen, die an die E-Bilanz nach § 5b EStG gestellt werden, gerecht zu werden.
  • Wegfall des außerordentlichen Ergebnisses: Außerordentliche Aufwendungen und Erträge dürfen in der Gewinn- und Verlustrechnung nunmehr nicht mehr ausgewiesen werden. Es hat allerdings eine Angabe von außergewöhnlichen Posten im Anhang zu erfolgen. Auch dies hat keine direkten steuerlichen Auswirkungen, ist aber im Rahmen der Erstellung der E-Bilanz nach § 5b EStG zu berücksichtigen.
  • Erweiterung der Angabepflichten im Anhang zum Jahresabschluss: Mit Ausnahme von Einzelkaufleuten und OHG bzw. klassischen KG mit einer natürlichen Person als voll haftenden Gesellschafter oder im Sonderfall einer Kleinstgesellschaft nach § 267a HGB muss ein Anhang zum Jahresabschluss erstellt werden. Durch das BilRUG wurde der Katalog der Angabepflichten, der in den letzten Jahren bereits zunehmend erweitert wurde, erneut ausgedehnt. In jedem Fall ist deshalb bei der Aufstellung des Anhangs zum 31. Dezember 2016 auf die Verwendung einer aktuellen Checkliste zu achten, zumal einige der neuen Angabe von kleinen Gesellschaften nicht gemacht werden müssen. Kleine Gesellschaften müssen zudem nunmehr keine Beteiligungsliste nach § 285 Nr. 11 HGB erstellen.
  • Angabe weiterer Informationen zur Gesellschaft (§ 264 Abs. 1a HGB): Im Jahresabschluss sind die Firma, der Sitz, das Registergericht und die Nummer, unter der die Gesellschaft in das Handelsregister eingetragen ist, anzugeben. Befindet sich die Gesellschaft in Liquidation oder Abwicklung, ist auch diese Tatsache anzugeben. Der Ort der Angabe ist nicht vorgeschrieben, sinnvoller Weise erfolgt diese aber im Anhang oder auf einem besonderen Blatt.
  • Für den Anlagespiegel, den allerdings kleine Gesellschaften nach wie vor nicht aufstellen müssen, gibt es neue Vorgabe, die zu beachten sind (§ 268 Abs. 7 HGB).

Darüber hinaus hat das BilRUG eine Vielzahl von weiteren Änderungen mit sich gebracht, die allerdings entweder keine Auswirkungen für die Steuerbilanz haben oder insbesondere auch den Konzernabschluss betreffen, der regelmäßig keine steuerliche Relevanz hat. Eine Ausnahme hiervon kann sich allerdings im Falle der Anwendung der Zinsschranke nach § 4g EStG ergeben (vgl. § 4g Abs. 2 Satz 1c EStG).

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