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Investitionsabzugsbetrag für Fotovoltaikanlage auch ohne Bestellung

Existenzgründer können dem Finanzamt vor der eigentlichen Gründung bereits Betriebsausgaben präsentieren. Für geplante Investitionen ins bewegliche Anlagevermögen innerhalb der nächsten drei Jahre dürfen 40% der voraussichtlichen Investitionskosten als Betriebsausgabe abgezogen werden.

Vorausgesetzt, die Existenzgründer können eine Bestellung nachweisen.

Bekanntlich werden Steuerzahler, die sich auf dem Dach ihres Eigenheims eine Fotovoltaikanlage installieren lassen und den Strom in das Netz eines Stromanbieters einspeisen, Gewerbebetreibende. Vor der eigentlichen Investition sind sie also auch Existenzgründer in spe.

Aus diesem Grund hat nun ein Steuerzahler Jahre vor der Installation einer Fotovoltaikanlage 8.000 Euro Betriebsausgaben für einen Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht (voraussichtlicher Kaufpreis 20.000 Euro x 40%). Doch weil er keine feste Bestellung der Anlage nachweisen konnte, versagte das Finanzamt ihm den Betriebsausgabenabzug.

Praxistipp:

Doch die Richter des Finanzgerichts Nürnberg sahen das anders. Sie urteilten, dass keine feste Bestellung vorliegen muss, wenn vor der eigentlichen Gründung ein Investitionsabzugsbetrag beantragt wird. Ob dieses Urteil von den Finanzämtern umgesetzt wird, hängt nun vom Ausgang des Revisionsverfahrens zu dieser Streitfrage vor dem Bundesfinanzhof ab.

(Finanzgericht Nürnberg, Urteil v. 28.7.2011, Az. 7 K 655/10; Revision beim Bundesfinanzhof) 

Schlagworte zum Thema:  Investitionsabzugsbetrag

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