23.01.2014 | Diskussionspapier für neues IFRS-Rahmenkonzept

DRSC sieht noch viel Änderungsbedarf

Bei der Diskussion um eine neues Rahmenkonzept sieht das DRSC noch viel Verbesserungsbedarf.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das DRSC hat in einer Stellungnahme das Diskussionspapier des IASB für ein neues Rahmenkonzept begrüßt. Dennoch müssen die Änderungsvorschläge nach Ansicht des Commitees noch konkreter formuliert werden.

Das Diskussionspapier für ein neues Rahmenkonzept (DP/2013/1 A Review of the Conceptual Framework for Financial Reporting) aus dem Jahr 2013 enthält Vorschläge für Themen, für die nach Ansicht des IASB Überarbeitungsbedarf besteht. Angesprochen sind unter anderem die Neuabgrenzung bzw. Definition von Vermögenswerten und Schulden, Erklärung des Sinnes und Zwecks des other comprehensive income sowie eine Überarbeitung der Ausbuchungsregelungen.

Grundsätzliche Zustimmung, aber Kritik im Detail

Das generelle Vorgehen des IASB, auf einem bereits bestehenden Rahmenkonzept aufzusetzen und dieses durch selektive Eingriffe bzw. Verbesserungen anzupassen anstatt ein komplett neues Framework zu erarbeiten, begrüßte das DRSC. Das DRSC merkte allerdings an, bereits jetzt Informationen auf mögliche Änderungen zu konkretisieren, da ein geändertes Rahmenkonzept durchaus auch erhebliche Folgewirkungen auf die Rechnungslegung haben kann. Eine sofortige Änderung von Standards lehnte das DRSC allerdings - ebenso wie das IASB selbst - ab. Neben grundsätzlichem Zuspruch zum gesamten Diskussionspapier wurden jedoch auch noch folgende Punkte kritisch angemerkt:
• Die Idee des IASB bestimmte Teile des Framework als „IASB-only“ zu deklarieren, also den Inhalt aufzuteilen in einen für IFRS-Anwender bestimmten Teil und einen ausschließlich vom IASB bei der Entwicklung neuer Standards zu beachtenden Teil, lehnte das DRSC ab.
• Für eine Konkretisierung der Definition von Vermögenswerten und Schulden dürfe nicht eine Vermengung mit Kriterien des Ansatzes geschehen.
• Es bedarf mehr Leitlinien zu den Ausbuchungsregeln. Insbesondere wenn Unternehmen einen Vermögenswert verkaufen, aber zeitnah durch einen identischen ersetzen oder Szenarien, die Vertragsanpassungen beinhalten, seien in der Praxis teils schwer zu lösen.
• Auch zur Bestimmung von Zinssätzen im Rahmen von Cashflow basierten Bewertungsmethoden fehle es an Leitlinien. Insbesondere die Berücksichtigung von Risikozuschlägen (in welcher Form oder überhaupt) sei durch zahlreiche Ansätze in der Praxis unklar.
• Der Umfang der Anhangangaben benötigt einen strukturierten Ansatz. Mangels einer konkreten Vorgabe oder Struktur, wann entsprechende Informationen erforderlich sind, leide die Vergleichbar- und Verständlichkeit.
Auch die Zeitschiene des Projekts wird kritisch gesehen, da ein Abschluss bis Ende 2015 zu ambitioniert sei. Aufgrund der hohen Relevanz eines hochwertigen Rahmenkonzepts für die Rechnungslegung, seien übereilte Handlungen nicht notwendig.

Fazit

Das Diskussionspapier des IASB greift einige elementare Bestandteile der IFRS-Rechnungslegung auf. Wie die teilweise Kritik des DRSC offenbart, sind die Erhebungen des IASB von finalen Beschlüssen noch weit entfernt. Gleichwohl zeigen diese aber auch die „wirklichen“ Nöte der Praxis (mehr Struktur im Anhang, konkretisierte Vorgaben bei der Zinssatzbestimmung). Es bleibt abzuwarten, wie sich das IASB der Kritik annimmt und diese in ihre Überarbeitung einfließen lässt.

Schlagworte zum Thema:  Rahmenkonzept, IASB, DRSC, IFRS

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