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Neuer Leasing-Standard läßt auf sich warten

Bild: Michael Kopatz ⁄

IASB und FASB haben vorläufig beschlossen, das Muster der Aufwandserfassung und die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung für bestimmte Leasingverhältnisse zu ändern. Ansonsten wurden keine Änderungen an dem vorgeschlagenen Bilanzierungsmodell für Leasingnehmer vorgenommen.

Das International Accounting Standards Board (IASB) und das Financial Acounting Standards Board (FASB) (zusammen: „die Boards“) haben vorläufig beschlossen, das Muster der Aufwandserfassung und die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung für bestimmte Leasingverhältnisse zu ändern. Ansonsten wurden keine Änderungen an dem vorgeschlagenen Bilanzierungsmodell für Leasingnehmer vorgenommen. Es bleibt somit bei dem Grundsatz, dass zukünftig jede Miet- und Leasingvereinbarung zum Ansatz eines Vermögensgegenstands und einer entsprechenden Verbindlichkeit führt. Der neue Exposure Draft soll im vierten Quartal 2012 zur Kommentierung veröffentlicht werden.

Mit der beschlossenen Änderung wird die Art des Leasinggegenstandes im Allgemeinen darüber entscheiden, ob Leasingnehmer (Leasinggeber) eine beschleunigte oder eine lineare Aufwandserfassung (Ertragserfassung) zu bilanzieren hätten. Leasingnehmer und Leasinggeber würden bei der vorzunehmenden Klassifizierung von Leasingverhältnissen dieselben Kriterien anwenden; die Abbildung der Leasingverhältnisse in den Bilanzen von Leasinggeber und Leasingnehmer müsste hingegen nicht zwingend spiegelbildlich erfolgen.

Die Boards haben mit diesen Änderungen auf Stellungnahmen seitens der interessierten Öffentlichkeit reagiert. So war insbesondere kritisiert worden, dass das im ersten Exposure Draft vorgeschlagene Modell der beschleunigten Aufwandserfassung nicht bei allen Leasingverhältnissen zu einer zutreffenden Abbildung des wirtschaftlichen Gehalts des Leasingverhältnisses führen würde.

Die Mitarbeiter der Boards gehen davon aus, dass die Boards nunmehr alle wesentlichen Fragestellungen über die Bilanzierung von Leasingverhältnissen erörtert haben. In den kommenden Monaten werden sie die noch verbleibenden offenen Themen angehen, u.a. inwieweit sich die neu getroffenen Entscheidungen auf frühere Entscheidungen (z.B. bei den Übergangsbestimmungen und Anhangsangaben) auswirken werden. Möglicherweise werden die Boards bestimmte Aspekte der Bilanzierung beim Leasinggeber auch noch einmal im Rahmen ihrer Beratungen zu dem vorgeschlagenen Standard zur Umsatzrealisierung aufgreifen. Der neue Exposure Draft zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen soll im vierten Quartal 2012 zur Kommentierung veröffentlicht werden.

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