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Konsolidierungspaket: Unternehmen wünschen Verschiebung

Die Europäische Beratungsgruppe für Finanzberichterstattung (European Financial Reporting Advisory Group, EFRAG) hat am 27.2.2012 eine erste Zusammenfassung der Rückmeldungen zu den Feldversuchen zu IFRS 10, 11 und 12 veröffentlicht.

Die EFRAG hatte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Standards des Konsolidierungspakets des IASB (IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12) Anfang des Jahres in Zusammenarbeit mit nationalen Standardsetter erste Feldversuche zur Anwendbarkeit der neuen Konsolidierungsstandards durchgeführt. Dies geschah mit Hilfe von zwei umfassenden Fragebögen an Unternehmen, die Fragen zur Umsetzbarkeit und zu den Kosten und Nutzen der Übernahme der neuen Vorschriften enthielten. Die Teilnahme am Feldversuch warfreiwillig. Die Anwender waren im Rahmen des Feldversuches gebeten wurden, die neuen Vorschriften auf ihre Beteiligungen und Joint Arrangements anzuwenden. Von Interesse waren insbesondere die Sichtweisen zur praktischen und zeitlichen Umsetzung.

Die EFRAG hat am 27.2.2012 nun auf ihrer Internetseite eine erste Zusammenfassung der Rückmeldungen veröffentlicht, die ausschließlich zu Informationszwecken der Anwender erstellt wurde. Die EFRAG erhielt insgesamt 53 Rückmeldungen (27 Rückmeldungen bezogen auf IFRS 10, 26 bezogen auf IFRS 11).

Bei IFRS 10 wurden von den Teilnehmer vor allem die Themen

  • „de facto control“,
  • Identifizierung von Agent/Principal-Beziehungen sowie
  • die neuen umfassenden Anhangangaben zu nicht-konsolidierten strukturierten Einheiten

als herausforderndste Punkte in der praktischen Umsetzung angesehen. Demgegenüber werden bei IFRS 11 weniger Herausforderungen erwartet. Fast alle Teilnehmer erwarten auch nach IFRS 11 die Klassifizierung ihrer Joint Arrangements als Joint Venture.

Interessanterweise sprachen sich fast alle Teilnehmer für eine Verschiebung der effective dates auf den 1.1.2014 oder 2015 aus. Dies ist konträr zur Entscheidung des IASB, den Anwendungszeitpunkt nicht zu verschieben. Die EFRAG weist in ihrer Presseveröffentlichung auch darauf hin, dass die Zusammenfassung allein für Informationszwecke der Anwender erstellt wurde. Eine Überprüfung der Zusammenfassung vom Fachexpertenausschuss erfolgte nicht.

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