20.09.2012 | IFRS-Fachausschuss des DRSC

Vorläufige Agendaentscheidung zu Abgabe öffentlicher Kauf- oder Tauschangebote

Bild: Günther Krüger

Der IFRS-Fachausschuss des Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee e.V. (DRSC) hat zu Abgabe von öffentlichen Kauf- oder Tauschangeboten vorläufig Stellung genommen.

Im Ergebnisbericht der 7. Sitzung des IFRS-Fachausschusses vom 25. bis 27. Juli 2012 veröffentlichte der DRSC eine vorläufige Agendaentscheidung zu einem eingereichten Themenvorschlag, der die Abgabe von öffentlichen Kauf- oder Tauschangeboten zum Erwerb von Wertpapieren einer Zielgesellschaft gem. § 35 WpÜG zum Gegenstand hat.

Zum Hintergrund: Mit der Abgabe eines öffentlichen Erwerbsangebots entsteht regelmäßig eine bedingte Verpflichtung der erklärenden Gesellschaft als Stillhalter einer geschriebenen Verkaufsoption zur Zahlung von Geld. Fraglich war in diesem Zusammenhang, inwiefern die (bedingte) Verpflichtung zum Ansatz einer finanziellen Verbindlichkeit i.S.v. IAS 32 führt. 

Nach (vorläufiger) Auffassung vertritt der IFRS-Fachausschuss des DRSC die Meinung, dass es sich in einem solchen Fall um eine Verbindlichkeit handelt, die nicht auf einer vertraglichen Vereinbarung, sondern vielmehr auf gesetzlichen Vorschriften basiere (IAS 32.17 i.V.m. AG12). Somit könnte die Verbindlichkeit nicht als finanzielle Verbindlichkeit im Sinne von IAS 32 gelten: In der Folge wäre kein entsprechender Bilanzposten anzusetzen. Vor diesem Hintergrund entschied der IFRS-Fachausschuss vorläufig, den Themenvorschlag nicht in sein Arbeitsprogramm aufzunehmen.

In einer der nächsten Sitzungen beabsichtigt der IFRS-Fachausschuss, zu diesem Sachverhalt einen endgültigen Beschluss zu fassen. Der interessierten Öffentlichkeit wird bis zum 24. September 2012 die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Eingereichte Stellungnahmen werden auf der Homepage des DRSC veröffentlicht.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich die interessierte Öffentlichkeit der  vorläufigen Agendaentscheidung des IFRS-Fachausschuss des DRSC zum Nichtansatz einer finanziellen Verbindlichkeit aus der Abgabe eines öffentlichen Erwerbsangebots anschließt oder nicht. Insbesondere die Ablehnung eines vertragsrechtlichem Charakters ist wohl unter Hinzuziehung der allgemeinen Vorschriften des BGB zum Vertragsrecht (zumindest) diskutabel.

Aktuell

Meistgelesen