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EFRAG äußert Bedenken zu geplanten Änderungen bei IFRS 3 und IAS 12

Bild: Bauwert

Die EFRAG hat in einer ersten Stellungnahme zum Standardentwurf ED/2012/1- Annual Improvements to 2010-2012 des IASB nicht nur Zustimmung geäußert.

Am 8. Juni 2012 veröffentlichte die EFRAG eine erste, noch nicht abschließende Stellungnahme zum Standardentwurf ED/2012/1 - Annual Improvements to 2010-2012. Der Entwurf des IASB wurde am 3. Mai 2012 mit elf Änderungsvorschlägen herausgegeben und ist die fünfte Veröffentlichung im Rahmen des AIP-Zyklus, also des Projektes jährlicher Verbesserungen.

Die EFRAG hat in ihrer Stellungnahme neben dem grundsätzlichen Zuspruch zu den Änderungen hinsichtlich zweier vorgesehener Änderungen Bedenken ausgedrückt:

IFRS  3 - Bilanzierung von contingent considerations: Die Klassifizierung von bedingten Kaufpreiszahlungen, die die Definitionskriterien von Finanzinstrumenten erfüllen und daher finanzielle Schulden oder Eigenkapitalinstrumente sein können, richtet sich ausschließlich nach den Regelungen des IAS 32. Bei einer Klassifikation von bedingten Kaufpreiszahlungen, die nicht als Eigenkapitalinstrumente zu qualifizieren sind, wird klargestellt, dass sich die Folgebewertung nach IAS 39/IFRS 9 ergibt. Die EFRAG wies daraufhin, auch Folgeänderungen an IAS 39 und nicht nur an IFRS 9 zu berücksichtigen. Außerdem wiederholte die EFRAG ihre Forderung, auch IAS 39 zu ändern, um die Bilanzierung des eigenen Kreditrisikos bei finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, an die Vorschriften in IFRS 9 anzupassen (Erfassung im OCI).

IAS 12 Ertragsteuern - Ansatz von Vermögenswerten aus latenten Steuern für nicht realisierte Verluste: Nach dem neuen IAS 12.27A ist bei der Gegenüberstellung von abzugsfähigen Differenzen und künftigen zu versteuernden Einkommen (vor Berücksichtigung der Umkehr dieser Differenzen) fallabhängig vorzugehen, indem die vom jeweiligen Steuersystem vorgesehenen Abzugsbeschränkungen berücksichtigt werden. Auch Steuergestaltungsmöglichkeiten sind nach dem neuen IAS 12.30A bei der Bemessung aktiver latenter Steuern nur dann beachtlich, wenn sich durch diese das zu versteuernde Einkommen erhöht oder vermindert. Das EFRAG weist daraufhin, dass diese Vorschläge weit über das ursprüngliche Problem hinausgehende Auswirkungen und unbeabsichtigte Folgewirkungen in anderen Zusammenhängen haben könnte (unintended consequences that the application of this amendment might have).

Praxishinweis

Die Bedenken der EFRAG insbesondere zu den Wechselwirkungen von IFRS 3 mit IFRS 9 und IAS 39 sind zu begrüßen. Nichtsdestotrotz werden diese nach aller Voraussicht erst in späteren Arbeitsschritten berücksichtigt werden. Für Unternehmen bietet es sich an die bereits veröffentlichten Änderungsentwürfe des AIP 2010-2012 vorab zu sichten, um evtl. Auswirkungen in späteren Abschlüssen frühzeitig zu erkennen. Siehe auch:

http://www.efrag.org/Front/n1-954/EFRAG-s-Draft-Comment-Letter-on-the-IASB-s-ED-2012-1-Annual-Improvements-to-IFRSs-2010-2012-Cycle.aspx

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