17.01.2013 | IFRS 11

IASB sieht weiteren Korrekturbedarf

Bild: Haufe Online Redaktion

Der IASB hat den Entwurf ED/2012/7 „Acquisition of an Interest in a Joint Operation/Erwerb von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit" zur Ergänzung von IFRS 11 veröffentlicht.

Mit dem am 13. Dezember 2012 veröffentlichten Änderungsentwurf wird eine Änderung von IFRS 11 vorgeschlagen. Hintergrund ist der Mangel an speziellen Leitlinien in IFRS 11 (aber auch im noch für 2012 auf EU-Ebene geltendem IAS 31) dazu, wie ein Partnerunternehmen einer gemeinsamen Vereinbarung den Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit in den Fällen zu bilanzieren hat , in denen die gemeinsame Tätigkeit ein Business i.S. von IFRS 3 darstellt.

In der Praxis hatten sich laut Auffassung des IASB wohl Unregelmäßigkeiten in der bilanziellen Handhabung ergeben, die daraus resultieren, dass der Geschäftsvorfall entweder als ein Unternehmenszusammenschluss (Annahme: Vorliegen eines business) oder als Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten angesehen wird (Annahme: kein business). Hieraus ergeben sich Unterschiede beim Ansatz oder Nichtansatz von Geschäfts- oder Firmenwerten und latenten Steuern sowie der Aktivierung oder Aufwandserfassung von erwerbsbezogenen Kosten.

Die vorgeschlagenen Änderungen sollen nun klarstellen, dass IFRS 3 auf den Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit, die ein Business i.S. von IFRS 3 darstellt, anzuwenden sind (also ein „Mehrpreis“ zu Goodwill führt). Die Änderungen hätten u.a. folgende Konsequenzen:

•   Bewertung der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert,

•   Aufwandserfassung von erwerbsbezogenen Kosten (mit Ausnahme von Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Eigenkapitaltiteln),

•    Ansatz latenter Steuern,

•     Erfassung von Geschäfts- oder Firmenwerten und Gewinnen aus vorteilhaften Erwerben.

Der Entwurf enthält zudem Vorschläge zu Folgeänderungen an IFRS 1. Diese beziehen sich auf die Ausweitung und Klarstellung der Ausnahme in Bezug auf Unternehmenszusammenschlüsse in Appendix C. Sie sollen vergangene Erwerbe von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, in denen die gemeinschaftliche Tätigkeit ein Business darstellt, beinhalten.

Die Änderungen würden, wenn sie in der vorliegenden Form finalisiert werden, prospektiv angewendet werden. Stellungnahmen zum Entwurf können bis zum 23.04.2012 eingereicht werden.

Fazit: Die vorgeschlagenen Änderungen an IFRS 11 sollen eine sog. diversity in practice in der Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an gemeinschaftlichen Vereinbarungen klarstellen. Entsprechend sind Unternehmen gehalten jetzt schon „prospektiv“ in Erwartung der Übernahme der Änderungen an IFRS 11 etwaige ähnliche Sachverhalte gemäß den vorgeschlagenen Änderungen auszurichten.

Schlagworte zum Thema:  IFRS, IFRS-Rechnungslegung

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