Das IDW hält eine Konkretisierung des Entwurfs eines Anwendungshinweises zu IFRS 2 mit Bezug zum deutschen Rechtsraum für notwendig.

IFRS-FA des DRSC stellt Unklarheiten bei Änderungen an IFRS 2 fest

Der IFRS-FA des DRSC e.V. (DRSC) hatte nach der Veröffentlichung der Änderungen an IFRS 2 vom Juni 2016 und nach öffentlicher Konsultation festgestellt, dass die neuen Regelungen zur Bilanzierung von Nettoerfüllungsvereinbarungen den Fall von Kompensationszahlungen an Mitarbeiter aufgrund zu viel einbehaltener EK-Instrumente nicht hinreichend klar und präzise behandeln.

Änderungen durch IASB an IFRS 2 sehen Erleichterungen vor

Die seitens des IASB – zurückgehend auf eine Anfrage an das IFRS IC – vorgenommenen Änderungen an IFRS 2 sehen Erleichterungen bei der Bilanzierung und Klassifizierung anteilsbasierter Vergütungen mit einem Steuereinbehalt des Unternehmens zugunsten des Begünstigten vor. Ein relevanter Anwendungsfall in Deutschland ist z.B. der Einbehalt und die Abführung der – bei Zufluss anfallenden - Lohnsteuer. Eine solche Zusage ist nach den Änderungen als equity-settled zu behandeln, d.h. die Zahlung an die Steuerbehörde ist als Abzug vom Eigenkapital zu bilanzieren.

IFRS-FA veröffentlicht E-AH 4 als Hilfestellung zu IFRS 2

Der IFRS-FA hatte am 28.6.2017 einen Entwurf eines Anwendungshinweises (E-AH 4) veröffentlicht, um den bilanzierenden Unternehmen eine Hilfestellung zu geben. Der IFRS-FA hatte festgestellt, dass die neuen Regelungen zur Bilanzierung von Nettoerfüllungsvereinbarungen den Fall von Kompensationszahlungen an Mitarbeiter aufgrund zu viel einbehaltener EK-Instrumente nicht hinreichend klar behandeln. Nach dem E-AH wäre nur der Teil, der zurückbehaltenen Eigenkapitalinstrumente, die zur Begleichung der Schuld verwendet werden, als equity-settled zu behandeln. Derjenige Teil, der bar an die Begünstigten ausgezahlt wird, wäre hingegen als cash-settled darzustellen.

IDW fordert E-AH 4 und enthaltenes Beispiel stärker für deutschen Rechtsraum zu spezifizieren

Das IDW hat am 9.8.2017 seine Stellungnahme zum E-AH 4 veröffentlicht. Zwar sei dem IDW bewusst, dass der E-AH zu Fragestellungen der IFRS Unterstützung leisten soll, dennoch wird es für sinnvoll gehalten, E-AH 4 und ein enthaltenes Beispiel näher für den deutschen Rechtsraum zu spezifizieren. So empfiehlt das IDW u.a. den Bezug zu den deutschen Regelungen zur Lohnsteuer zu nehmen und näher darauf einzugehen, zu welchen Zeitpunkten diese einzubehalten bzw. abzuführen ist und in welchen Fällen überhaupt eine Differenz zwischen dem vom Unternehmen zu ermittelnden Abführungsbetrag und der tatsächlichen Steuerzahlung entstehen kann. Ebenso sei nicht klar, ob das Abführen von (Sozial-)Abgaben durch das Unternehmen für den Mitarbeiter in Einklang mit den Änderungen von IFRS 2 steht und ähnlich der Behandlung von (Lohn-)Steuern zu behandeln sei.

Praxis-Hinweis: Spezifizierung auf deutschen Rechtsraum sinnvoll

Die Änderungen an IFRS 2 haben für deutsche Unternehmen, die eine anteilsbasierte Vergütung gewähren, Praxisrelevanz. Daher ist der Anwendungshinweis (Entwurf) des IFRS-FA zu begrüßen. Die Anmerkungen des IDW sind durchaus nachvollziehbar und eine Spezifizierung auf den deutschen Rechtsraum wäre sinnvoll, da der Anwendungshinweis (Entwurf) auch keine Interpretation ist, sondern lediglich die vom IASB/IFRS IC und seinem Mitarbeiterstab angestellten themenspezifischen Überlegungen widerspiegelt, die jedoch nicht in IFRS 2 eingegangen sind.

Das könnte Sie auch interessieren: Online-Seminar "IFRS 16 in der Praxis - Erste Erfahrungen aus der Umsetzung eines Großunternehmens"

Schlagworte zum Thema:  IDW, IFRS