17.10.2014 | IASB veröffentlicht siebten Überarbeitungszyklus

Änderungen an IFRS 5, IFRS 7, IFRS 19 und IFRS 34

Die internationalen Rechnungslegungsstandards sind eine ständige Baustelle.
Bild: Petra Schmidt ⁄

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat Ende September den siebten Zyklus des Annual Improvements Process (AIP 2012-2014) veröffentlicht. Er enthält Änderungen an den vier Standards IFRS 5, IFRS 7 IFRS 19 und IFRS 34 , die für Geschäftsjahre in Kraft treten, die nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

Nach Aufnahme des jährlichen Überarbeitungsprogramms des bestehenden Regelwerks in 2006 hat der International Accounting Standards Board (IASB) bislang bereits sechs Zyklen des Sammelstandards „Annual Improvements Process (AIP)“ veröffentlicht. Zwar ist eine Anwendung vor dem 1. Januar 2016 zulässig. Bei der Anwendung ist auf EU-Ebene zunächst eine Übernahme in geltendes Recht abzuwarten. Diese wird für das dritte Quartal 2015 erwartet. Die folgenden Änderungen sind vorgesehen:
IFRS 5: Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte: Es werden zusätzliche Leitlinien aufgenommen, für Fälle, in denen ein Unternehmen einen Vermögenswert zur Abgabe als Sachdividende an Gesellschafter beschließt. Angesprochen wird somit das Verhältnis von IFRS 5 zu IFRIC 17.
IFRS 7 - Angaben zu Finanzinstrumenten:
• Aufnahme zusätzlicher Leitlinien zur Klärung, wann und ob ein geschlossener Verwaltungsvertrag (servicing contract) über ein Portfolio veräußerter finanzieller Vermögenswerte ein fortgesetztes Engagement (continuing involvement) darstellt und entsprechend für die Angabepflichten nach IFRS 7.42E–42H Berücksichtigung findet oder nicht.
• Klarstellung, dass Angaben bzgl. der Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden infolge der Änderung „Disclosure–Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities“ an IFRS 7 nicht in allen nach dem 1.1.2013 veröffentlichten Zwischenabschlüssen erfolgen müssen.
IAS 19 - Leistungen an Arbeitnehmer: Für die Auswahl des Zinssatzes zur Barwertbestimmung von Leistungszusagen des Unternehmens sieht IAS 19 ein abgestuftes Vorgehen vor. Vorrangig ist auf die erwartete Rendite von erstrangigen, festverzinslichen (high quality) Industrieanleihen abzustellen. Die Auswahl des heranzuziehenden Zinssatzes richtet sich gem. IAS 19.83 nach den Stichtags-Marktrenditen langfristiger Industrieanleihen mit hoher Qualität. Die nun vorgesehene Klarstellung betrifft die notwendige Währungsäquivalenz des Zinssatzes mit der Zusage aus dem Versorgungswerk. In der Konsequenz wurde der Wortlaut von IAS 19.83 angepasst. Bislang galt, dass in „Ländern“ (countries) ohne liquiden Markt für Industrieanleihen stattdessen die (am Abschlussstichtag geltenden) Marktrenditen für Staatsanleihen zu verwenden sind. Bei der Auswahl ist der Währungsäquivalenz Rechnung zu tragen.
IAS 34 - Zwischenberichterstattung: IAS 34.16A enthält die Vorgabe zusätzlich zur Offenlegung der Ereignisse und Geschäftsvorfälle von erheblicher Bedeutung noch weitere ausgewählte Angaben in die Anhangangaben des Zwischenabschlusses aufzunehmen. Diese sind aber nur dann zu leisten, wenn nicht bereits diese an einer anderen Stelle (elsewhere) des Zwischenberichts geschehen. Die Bedeutung von „elsewhere“ war bislang jedoch ungenau. Nach Klarstellung muss es sich um ein gemeinsam mit dem Zwischenabschluss zugängliches Dokument handeln und der Zwischenabschluss darauf verweisen.

Praxistipp
Die Änderungen durch das AIP 2012-2014 sind überschaubar aber in Teilen dennoch sehr hilfreich. Bereits jetzt können Anwender insbesondere die Klarstellungen zu den Richtlinien des IAS 19.83 zur Bemessung des Diskontierungszinssatzes berücksichtigen. Für zukünftige (Zwischen-) Berichtsperioden sind z.B. die Änderungen an IAS 34 bereits vorab für den Bilanzierenden von Relevanz.

Schlagworte zum Thema:  IFRS, IASB

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