14.08.2013 | Neues Arbeitsprogramm des IASB

Schwerpunkt liegt auf Hedge Accounting und Rahmenkonzept

Das Regulierungskarussel l des IASB dreht sich munter weiter.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der IASB hat sein Arbeitsprogramm noch vor der Sommerpause aktualisiert. Schwerpunkte der Arbeit in den kommenden Monaten bilden unter anderem ein finaler Standard für das Hedge Accounting sowie eine Beratung des Rahmenkonzepts.

Insgesamt hat der International Accounting Standards Board (IASB) drei Arbeitsblöcke definiert, die eine bessere Übersichtlichkeit für die weiteren Beratungen gewährleisten sollen. Im Einzelnen ergeben sich für die weitere Arbeit folgende Themenschwerpunkte. Ganz oben auf der Liste stehen zwei Großprojekte:

  • Finanzinstrumente – Hedge Accounting: Ein finaler Standard (zur Implementierung in IFRS 9) wird im dritten oder vierten Quartal 2013 erwartet. Auch das Diskussionspapier zum Macro Hedge Accounting ist im gleichen Zeitrahmen zu erwarten.

  • Rahmenkonzept (Conceptual Framework): Ein Start der erneuten Beratungen ist für das erste Quartal 2014 geplant.

Aktualisierung eng abgegrenzter Projekte

Ein weiterer Fokus liegt auf zwei spezifischen Themen:

  • IAS 41 - Fruchttragende Pflanzen (Bearer Plants): Aufnahme der Beratungen erst im ersten Quartal 2014.

  • IAS 1 — Begrenzte Änderungen zum Angabenrahmenkonzept (Narrow scope amendments arising from the Disclosure Framework Project): Neu aufgenommen auf die Agenda. Ein Entwurf wird für das vierte Quartal 2013 erwartet. Gleichzeitig wurde auch ein Forschungsprojekt zu (Anhang-) Angaben mit auf die Agenda genommen.

Prüfungen von Standards nach deren Veröffentlichung (sog. PIR)

Der Post-Implementation Reviews zu IFRS 3 wurde offiziell aufgenommen. Die Überprüfung nach der Einführung wird in zwei Phasen erfolgen, wobei in der ersten Phase eine Überprüfung wichtiger Sachverhalte stattfindet, die bei der Entwicklung der Verlautbarung als strittig erkannt wurden. Bei den Anwendern wird hinterfragt werden, ob die Umsetzung mit unerwarteten Kosten einherging. Etwaige Problembereiche sollen identifiziert werden, deren Veröffentlichung in der zweiten Phase vorgesehen ist.

Während dieser Phase wird es eine Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen geben sowie entsprechende Einbindungsaktivitäten, in denen sich der IASB mit den Erfahrungen aus der Anwendung des Standards auseinandersetzt. Eins der wohl diskutierten Themen wird der Impairment-Only Approach beim Wertminderungstest von Goodwill sein. In der Vergangenheit wurden schon häufiger Überlegungen zu einer planmäßigen Wertminderung angedeutet. Eine dementsprechende Bitte zur Informationsübermittlung seitens interessierter Anwender soll im vierten Quartal 2013 veröffentlicht werden.

Weiterhin lässt das neue Arbeitsprogramm auch einen Ausblick auf die Großbaustellen „Revenue Recognition“ und „Leases“ zu. Während sich das Projekt Leases weiterhin durch zusätzliche Diskussionen und Beratungen im vierten Quartal 2013 verzögert, ist für das Projekt Revenue Recognition ein endgültiger Standard im dritten Quartal 2013 vorgesehen.

Fazit

Das aktuelle Arbeitsprogramm des IASB weist eine Vielzahl von Änderungen auf. Mit der Konzentration auf Großprojekte versucht der IASB eine Struktur zu etablieren. Der Abschluss des Rahmenkonzepts sowie des IFRS 9-Projekts auf EU-Ebene ist eher von nachgelagerter Relevanz. Interessanter ist die Erkenntnis, dass sich mit Revenue Recognition endlich ein wichtiger Standard auf den Weg zur Umsetzung macht. Die gleiche „Planungssicherheit“ würde man sich sicherlich auch beim Projekt Leases wünschen.

Schlagworte zum Thema:  IASB, IFRS 9, Hedge Accounting, Framework

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