17.04.2014 | Änderungsentwurf zu IAS 1

IASB bereitet Anpassung an neues Rahmenkonzept vor

Der IASB strebt beim IAS 1 Vereinfachungen an.
Bild: Michael Bamberger

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat im März 2014 einen Entwurf ED/2014/1 - Disclosure Initiative Proposed amendments to IAS 1 veröffentlicht, der Änderungen in vier Bereichen vorsieht. Sie stehen im Zusammenhang mit der Überarbeitung des Rahmenkonzepts.

Innerhalb dieses Projekts hatte der IASB in der Vergangenheit zu einer „Angabeninitative“ aufgerufen. Das Ziel ist die Verbesserung der Darstellungs- und Angabevorschriften in den bereits bestehenden Standards und eine Reduzierung der Möglichkeiten zur Ermessensausübungen. Ein partieller Ausfluss des Gesamtprojekts ist der nun veröffentlichte Entwurf mit Änderungen an IAS 1.

Die Anpassungsvorschläge stellen sich im Überblick wie folgt dar:

  • Klarstellung des Wesentlichkeitsgrundsatzes in IAS 1: Es sollen nur noch „wesentliche“ Informationen offengelegt werden und Redundanzen vermieden werden. Durch Integration eines neuen Paragrafen (IAS1.30A), aber auch durch Klarstellung des bisherigen Wortlauts soll gewährleistet werden, dass Informationen nicht durch (Des-)Aggregation verschleiert werden. Weiterhin soll der Bilanzersteller Wesentlichkeitserwägungen auf alle Bestandteile des Abschlusses anwenden und auch dort berücksichtigen, wo einzelne Standards eine (Pflicht-)Angabe vorschreiben.
  • Klarstellung zur Untergliederung von Abschlussposten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung: Posten der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung (bzw. einer separaten GuV) können zum besseren Verständnis zusammengefasst oder ausgesplittet werden (z.B. Aufsplittung des Posten Sachanlagevermögen in relevante Posten). Sofern ein Unternehmen Zwischensummen bildet, werden zusätzliche Leitlinien in IAS 1 integriert, die eine verständliche Anwendung gewährleisten sollen (z.B. klare Beschreibung der Zwischensummen).
  • Klarstellung bzgl. der Strukturvorgaben für Anhangangaben: Die Reihenfolge der Anhangangaben muss nicht in der Reihenfolge stattfinden, wie dies in IAS 1.114 vorgesehen ist, wenn eine andere systematische Reihenfolge für das Unternehmen von mehr Relevanz ist (z.B. Gruppierung aller Informationen zu Finanzinformationen zusammen mit den entsprechenden accounting policies).
  • Streichung von irrelevanten Rechnungslegungsmethoden im Anhang: Als Erweiterung der obenstehenden Vorschläge sollen (redundante) Erläuterungen von Rechnungslegungsmethoden im Anhang gelöscht werden, die als weniger relevant für das Verständnis des Abschlusses erachtet werden.

Der Entwurf kann bis zum 23. Juli 2014 kommentiert werden. Hinsichtlich eines vorgeschlagenen Zeitpunkts des Inkrafttretens sowie gesonderter Übergangsvorschriften enthält der Entwurf (noch) keine Vorgaben.
Einschätzung
Die Änderungsvorschläge gehen in die richtige Richtung, wird doch der Anhang schon seit langem als zu „überladen“ erachtet. Die Streichung von als weniger relevant zu erachteten Informationen muss dabei aber mit klaren Leitlinien unterlegt werden, damit eine einheitliche, aber auch verständliche Anwendung bzw. das übergeordnete Ziel der besseren Vergleichbarkeit zwischen Abschlüssen gewährleistet bleiben.

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Schlagworte zum Thema:  IASB, IAS, IFRS

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