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IAS 36 und 39: EU empfiehlt schnellere Umsetzung der Änderungen

Die EU-Kommission will eine schnellere Umsetzung der Änderungen an IAS 36 und 39.
Bild: Schmuttel ⁄

Die EU-Kommission hat die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) gebeten, die Übernahme der Änderungen an IAS 36 und IAS 39 zu beschleunigen.

Bei IAS 36 geht es um im Detai um „Recoverable Amount Disclosures for Non-Financial Assets“ und damit die Bemessung des erzielbaren Betrags von wertgeminderten Vermögenswerten. Einige zu weitreichende Anpassungen wurden mit den neuveröffentlichten Änderungen korrigiert. Dazu gehören neben der Angabe des Abzinsungssatzes bei Anwendung der Barwertmethode auch folgende Angaben:

  • Ebene der fair-value-Hierarchie (aus IFRS 13), auf der die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts vorgenommen wurde,

  • bei Bewertungen der zweiten oder dritten Ebene die angewendeten Bewertungsmethoden und jegliche Änderungen zzgl. Begründung, sowie die Offenlegung der Schlüsselannahmen.

Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Die Anpassungen an IAS 39 infolge der Änderung „Novation of Derivatives and Continuation of Hedge Accounting“ betreffen die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen, sofern durch die EMIR (European Market Infrastructure Regulation) ein OTC-Derivat einer Novation auf eine zentrale Gegenpartei unterliegt. Das IFRS IC empfahl die Einführung von Ausnahmetatbeständen, die es Unternehmen gestatten, nach Einführung von EMIR die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen fortzusetzen. Die folgenden Bedingungen stellen die Ausnahmetatbestände dar:

  • Die Novation ist gesetzlich oder regulatorisch vorgeschrieben;

  • die Novation verlangt eine zentrale Gegenpartei als neue Gegenpartei der beiden ursprünglichen Vertragspartner des von der Novation betroffenen Derivats;

  • die Vertragsbedingungen des erneuerten Derivats sind lediglich auf solche Änderungen begrenzt, die notwendig sind, um die Novation des Derivats durchführen zu können.

Die EFRAG hatte bereits ihre Übernahmeempfehlungen in einer Sitzung des Fachexpertenausschusses (Technical Experts Group) finalisiert. Im Ergebnis werden die Änderungen vor dem Hintergrund der Übernahmekriterien der EU als auch bei der Beurteilung der Kosten und Nutzen als positiv und wichtig angesehen. Gleichwohl ergibt sich auf EU-Ebene eine Anwendbarkeit erst für Berichtsperioden, die nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Beide Änderungen bedingen aber eine retrospektive Übernahme gemäß IAS 8. 

Schlagworte zum Thema:  IAS 39, EFRAG

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