| IAS 7

Geteiltes Echo bei der EFRAG auf Änderungsvorschläge

Bild: Michael Bamberger

Der Entwurf ED/2014/6, der Änderungen am IAS 7 bei den Angaben zu Cashflows aus Finanzierungstätigkeit und deren Auswirkungen auf die in der Bilanz ausgewiesenen Posten vorsieht, stößt bei der EFRAG auf ein geteiltes Echo.

Am 18. Dezember 2014 hatte der International Accounting Standards Board (IASB) einen Entwurf zur Änderung von IAS 7 (ED/2014/6) veröffentlicht, der auf die sog. Angabeinitiative (disclosure initiative) zurückgeht. Der Entwurf behandelt Änderungen zu Angaben zu Cashflows aus Finanzierungstätigkeit und deren Auswirkungen auf die in der Bilanz ausgewiesenen Posten. Insbesondere soll die Darstellung der Cashflows aus Finanzierungstätigkeit künftig um eine Überleitungsrechnung ergänzt werden, die außerhalb der Kapitalflussrechnung angegeben wird. Diese soll die Bilanzposten zu Beginn der Periode um Bewegungen aufgrund von

  • Cashflows aus Finanzierungstätigkeit,
  • Veränderungen des Konsolidierungskreises und von
  • nicht zahlungswirksame Veränderungen (z.B. aus Währungsumrechnung)

auf die Bilanzposten zum Ende der Periode überleiten.

Weiterhin sollen künftig im Anhang über Tatsachen berichtet werden, die zu einem besseren Verständnis der Liquiditätslage beitragen. Diese Regelung würde die bereits nach geltender Rechtslage in IAS 7.50 lediglich empfohlene Berichterstattung zur Liquiditätslage um eine Pflichtangabe erweitern. Danach wären Angaben zu bedeutsamen Verwendungsbeschränkungen von Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten zu tätigen. Die Vorschläge des Entwurfs können bis zum 17. April 2015 kommentiert werden.

EFRAG: Zweifel am Sinn der Änderungen

Dieser Aufforderung ist die Europäische Beratungsgruppe für Rechnungslegung (EFRAG) mit einer am 11. Februar 2015 veröffentlichten Stellungnahme nachgekommen.
Die EFRAG hat zu beiden Änderungen an IAS 7 eine geteilte Meinung. Zur Überleitungsrechnung besteht Uneinigkeit, ob die vorgesehene Änderung sachgerecht ist, d.h. den Abschlussadressaten relevante Informationen zur Verfügung stellt oder die Änderung hinsichtlich ihrer Anforderung über eine sog. narrow scope amendment hinausgeht. Letzteres wäre vielmehr dahingehend zu prüfen, ob es genug Verbesserungen mit sich bringt, um den einhergehenden Mehraufwand zu rechtfertigen. Ähnlich verhält es sich mit der Änderung zu den Angaben im Anhang. Während einige Mitglieder des EFRAG hier eine Verbesserung sehen, haben andere die Auffassung, dass hier keine sinnvolle Ergänzung der vorhandenen Regelungen besteht.
Die entsprechend geteilten Meinungen werden im Stellungnahmeentwurf erläutert. Das EFRAG bittet um Kommentare zu den einzelnen Sichtweisen bis zum 16. April 2015.

Praxistipp

Die Änderungsvorschläge durch ED/2014/6 könnten die bestehenden Angabe- und Darstellungspflichten des IAS 7 erweitern. Auf EU-Ebene ist jedoch die finale Stellungnahme des EFRAG abzuwarten, ob die Änderungen, überhaupt den Endorsement-Prozess in dieser Form durchlaufen werden.

Schlagworte zum Thema:  IAS, EFRAG, Cashflow

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