21.05.2012 | Serie Expertenblogs

Fachwissen mit persönlicher Note

Serienelemente
Weltweit gibt es aktuell mehr als 180 Millionen Blogs
Bild: Haufe Online Redaktion

Weltweit gibt es mittlerweile mehr als 180 Millionen sogenannter Blogs im Internet. Dort erscheinen laufend neue Inhalte verschiedenster Art. Zum Teil nutzen auch Experten diese Kommunikationsform. Eine Suche nach den Perlen im Ozean der Information kann sich lohnen, auch im Rechnungswesen.

Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat sich die Zahl der Blogs weltweit verfünffacht - auf aktuell mehr als 180 Millionen. Dies hat das US-amerikanische Social-Media-Marktforschungsunternehmen NM Incite ermittelt. Der Begriff Blog ist die Kurzform von Weblog und bezeichnet im allgemeinsten Sinne ein im Lauf der Zeit fortwährend anwachsendes Onlinetagebuch, vergleichbar mit dem Logbuch in der Seefahrt. Von daher kommt auch der Name. Die Gesamtheit aller Blogs wird im Internet-Genre auch Blogosphäre genannt.

Blogs sind eine Erscheinungsform des sogenannten Web 2.0, welches wiederum - salopp gesagt - das Internet der zweiten Generation bezeichnet. Das Internet 2.0 ist unter anderem gekennzeichnet durch verstärkte Interaktion der Benutzer, durch ein Verschwimmen der Rollen des Senders und Empfängers von Information und durch einen erleichterten Zugriff auf Daten verschiedener Art und Anwendungen mittels standardisierter Schnittstellen.

Blogbeiträge per RSS automatisch aufs Smartphone

Bei Blogs kommt der Web-2.0-Charakter beispielsweise darin zum Ausdruck, dass die Leser oder besser Nutzer eines Blogs in der Regel die Möglichkeit haben, dort alle Inhalte öffentlich zu kommentieren. Außerdem lassen sich neue Beiträge von Blogs mit der RSS-Feed-Technik durch geeignete Software abonnieren. So lassen sich beispielsweise unkompliziert die neuesten Nachrichten aus verschiedenen Blogs über eine News-Reader-App automatisch aufs Smartphone laden.

Wie viele deutschsprachige Blogs es gibt, ist nicht eindeutig zu ermitteln. Die spezialisierte Blog-Suchmaschinenbetreiber Technorati hat im Rahmen seiner Untersuchung "State of the Blogosphere 2011" herausgefunden, dass etwa ein Viertel der 180 Millionen Blogs weltweit in Europa betrieben werden. Rechnet man Schätzungen des Branchenkenners Jens Schröder hoch, dürften es gut 1,5 Millionen sein. Davon werden allerdings bei weitem nicht alle regelmäßig von ihren Betreibern gepflegt, sondern vermutlich nur rund 70.000.

Expertenblogs liefern fundiertes Wissen - meist kostenlos

Damit rückt ein wesentliches Kennzeichen von Blogs ins Blickfeld: ihre immense Vielfalt. Zum einen gibt es unterschiedliche technische Systeme für Blogs - Onlineplattformen wie etwa Blogger von Google, selbst zu betreibende Systeme wie Wordpress und auch Blogs im Rahmen von sozialen Netzwerken. Hier sind die Begriffsgrenzen sowieso etwas schwammig.

Zum anderen ist das inhaltliche Spektrum der Blogs immens, die Motivation der Autoren teils sehr unterschiedlich und folglich die Professionalität der Angebote stark schwankend. Es gibt Blogs, die sind nichts weiter als persönliche Reisetagbücher oder unstrukturierte Gedankensammlungen. Auf der anderen Seite gibt es regelmäßig aktualisierte Expertenblogs, wo hoch qualifizierte Fachleute ihre Ansichten und ihr Wissen zu ganz speziellen Fragen mitteilen. Aber auch dabei fließt meist eine ganz persönliche Note der Autoren ein. Auch dies macht den Reiz von Blogs aus.

Jeder fünfte Blogger sieht sich als Profi

Laut Technorati sind 60 Prozent aller Blogger, so heißen die Blogbetreiber, Hobbyschreiber, die nur gelegentlich Beiträge verfassen. 21 Prozent bloggen im Zusammenhang mit dem eigenen Unternehmen oder für ihren Arbeitgeber. Die übrigen verstehen sich als unabhängige Profiblogger und bestreiten einen Teil oder in seltenen Fällen ihren ganzen Lebensunterhalt damit. Vor allem die beiden zuletzt genannten Anbietergruppen liefern zum Teil sehr fundierte und nützliche Inhalte zu unterschiedlichsten Themen und Wissensgebieten. Meist ist der Zugang für den Benutzer kostenfrei. Die Blogger verdienen Geld mit Onlinewerbung oder nutzen das Blog als Marketinginstrument fürs eigene Unternehmen.

Es kann sich durchaus lohnen, zu bestimmten Fragestellungen und ganzen Themenfeldern nach passenden Blogs zu suchen. Allerdings erfordert das Medium vom Benutzer, die Qualität der Inhalte selbst kritisch einzuschätzen.

Schlagworte zum Thema:  Blog, Rechnungswesen

Aktuell

Meistgelesen