| Prüfungsschwerpunkte Jahresabschluss 2013

ESMA hat die Schwachstellen der Konzerne im Visier

Die Europäische Wertpapieraufsicht will bei ihren Prüfungsschwerpunkten einige Bewertungsansätze der Unternehmen besonders genau anschauen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte sowie die Bewertung und Angabe von leistungsorientierten Verpflichtungen gehören unter anderem zu den Prüfungsschwerpunkten der ESMA im Jahr 2014 bei börsennotierten Unternehmen in Europa.

Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) veröffentlichte jüngst die Schwerpunkte, die bei der Überprüfung der Jahresabschlüsse 2013 gesetzt werden (sog. „financial statements’ enforcement priorities“). Folgende Themen hält die ESMA von besonderer Bedeutung bei der Berichterstattung börsennotierter Unternehmen in Europa:

• Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte (IAS 36),
• Bewertung und Angabe von leistungsorientierten Verpflichtungen (IAS 19),
• Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und entsprechende Angaben (IFRS 13),
• Angaben in Bezug auf bedeutende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Ermessensentscheidungen und Schätzungen (IAS 8) und
• Bewertung von Finanzinstrumenten und Angabe zugehöriger Risiken (IFRS 7).

Im Fokus: die häufigen Fehler

Die Prioritätenliste der ESMA orientiert sich primär an den Erfahrungen mit häufig fehlerhaft umgesetzten Normen und an aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen, mit Rückwirkung auf die Bilanzierung und Berichterstattung. Die nationalen Enforcementstellen werden entsprechend ihre lokalen Überwachungsmaßnahmen an dieser Prioritätenliste orientieren. So hat die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) bereits am 15. Oktober 2013 ihre in weiten Teilen deckungsgleichen Prüfungsschwerpunkte, für die Stichprobenprüfung 2014 veröffentlicht. Zu beachten ist hierbei, dass es bei einer Prüfung durch die DPR keine ausschließliche Beschränkung auf diese Schwerpunkte gibt. Die Schwerpunkte im Überblick:

1. Goodwill Impairment-Test (IAS 36): . Konsistenz und Verlässlichkeit der Cash Flow-Prognosen; Ableitung der Wachstumsrate und des Abzinsungssatzes sowie ausreichende Beschreibung der wesentlichen Bewertungsprämissen
2. Unternehmenszusammenschlüsse (IFRS 3): Fair Value-Ermittlung nach IFRS 13 und aussagefähige Anhangangaben zur Entstehung eines Goodwill oder negativen Unterschiedsbetrags
3. Bilanzierung von leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen (IAS 19): transparente und stetige Ermittlung des Abzinsungssatzes, Beschreibung der Merkmale des Versorgungsplans und Darstellung sowie Sensitivitäten von versicherungsmathematischen Annahmen
4. Neue Standards zur Konsolidierung (IFRS 10 bis 12): Auswirkung bei vorzeitiger Anwendung der Standards IFRS 10, 11, 12 im Jahr 2013 oder Darstellung aussagekräftiger Anhangangaben zur erwarteten Auswirkungen bei Erstanwendung im Jahr 2014
5. Konzernlagebericht (DRS 20): U.a. Abgleich der Vorjahresprognose mit der tatsächlichen Entwicklung sowie Darstellung der Risiken und des Risikomanagementsystems.

Bewertung

Die Schwerpunkte der ESMA offenbaren keine Überraschung. Neben dem Dauerbrenner IAS 36 werden - erwartungsgemäß - die Neuerungen zur Bilanzierung von leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen geprüft. Sicherlich werden die Vorschriften von IFRS 13 zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und entsprechende Angaben viele Anwender vor (neue) Herausforderungen stellen. Insbesondere die Darlegung nicht auf einem Marktpreis basierender Werte werden die Enforcementstellen erwartungsgemäß kritisch hinterfragen.

Schlagworte zum Thema:  IFRS-Konzernabschluss, Europäische Wertpapieraufsicht, ESMA

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