EFRAG veröffentlicht Stellungnahmeentwurf zu ED/2017/4 mit Änderungen an IAS 16. Bild: Haufe Online Redaktion

Der EFRAG-Stellungnahmeentwurf widmet sich dem Ausweis von Erträgen aus der Veräußerung von Produkten, die im Rahmen von Testläufen einer Anlage (Demogeräte) hergestellt werden.

Der IASB hatte am 20.6.2017 einen neuen Entwurf ED/2017/4 - Property, Plant and Equipment—Proceeds before Intended Use mit Vorschlägen zur Änderung von IAS 16 veröffentlicht. Dem Entwurf war eine Diskussion auf Ebene des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) vorausgegangen, das erst eine Interpretation erarbeiten wollte. Aufgrund des Umfangs wurde jedoch beschlossen nur ein sog. narrow scope amendment zu veröffentlichen.

Änderungsvorschläge zu IFRS 16 im Entwurf des IASB

Der Entwurf schlägt vor, dass künftig Erträge, die während der Zeit, in der eine Sachanlage zu ihrem Standort und in ihren betriebsbereiten Zustand gebracht wird, erzielt wurden, von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Sachanlage nicht abgezogen werden können. Hierunter fallen insbesondere Erträge aus der Veräußerung von Produkten, die im Rahmen von Testläufen einer Anlage (Demogeräte) hergestellt werden. Solche Erträge sollen nach dem Änderungsvorschlag zukünftig immer direkt erfolgswirksam erfasst werden.

Zeitpunkt des Inkrafttretens noch offen

Der ED enthält noch keinen Zeitpunkt des Inkrafttretens, dies soll erst in den weiteren Erörterungen entschieden werden. Gleichwohl wird eine vorzeitige Anwendung zulässig sein.

EFRAG spricht sich grundsätzlich für ED/2017/4 aus

EFRAG hat am 5.7.2017 seinen Stellungnahmeentwurf mit der Bitte um Kommentierung bis zum 13.10.2017 veröffentlicht. Da der ED mehr Klarheit schaffen könne und so eine diversity in practice vermeiden würde, befürwortet EFRAG den ED in vollem Umfang. 

Durch das Verbot der Verrechung, würden die Herstellungskosten auch sachgerecht in voller Höhe dargestellt. Weiterhin würden Sachanlagen auch zu den realen (vollen) Herstellungskosten angesetzt.

Neue Defintion von "Testing" lehnt EFRAG ab

Einzig eine „redaktionelle“ Anmerkung hat EFRAG. Eine neue Definition des Begriffs „Testing“ sei nicht sinnvoll, da im ED überhaupt keine Unterscheidung getroffen wird zwischen Erträgen in und vor der Testphase eines Geräts („The proposed amendments do not distinguish between proceeds generated during the testing phase from all other proceeds generated before the asset is ready for its intended use.“).

Praxis-Tipp: Verfahrensablauf verfolgen, da bilanzpolitischer Spielraum eingeschränkt wird

Die Änderungen des ED/2017/4 sind vor dem Hintergrund der Vergleichbarkeit zu begrüßen. Der bilanzpolitische Spielraum für Unternehmen wird dadurch jedoch eingeschränkt. Betroffene Unternehmen sollten daher den weiteren Verfahrensablauf verfolgen.

Schlagworte zum Thema:  IFRS

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