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EFRAG veröffentlicht Stellungnahme zu DI/2015/1

Der Entwurf befasst sich mit einer Regelungslücke in IAS 12 hinsichtlich der Erfassung unsicherer Steuerwerte.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die EFRAG stimmt den Ausführungen zur Erfassung unsicherer Steuerwerte nach IAS 12 zu.

Die EFRAG hat am 12. Februar 2016 ihre Stellungnahme zum Entwurf einer neuen Interpretation DI/2015/1 ‒ Uncertainty over Income Tax Treatments ‒ des IASB eingereicht.

Entwurf soll (vermeintliche) Regelungslücke in IAS 12 hinsichtlich der Erfassung unsicherer Steuerwerte schließen

Der Entwurf widmet sich einer (vermeintlich) bestehenden Regelungslücke in IAS 12 bzgl. der Erfassung unsicherer Steuerwerte. Nach den Vorschlägen des Entwurfs wird u. a. ein Wahlrecht eingeräumt, wonach bei der Bilanzierung unsicherer Steuerwerte entweder auf den wahrscheinlichsten Wert (most likely amount) oder den Erwartungswert (expected value) zurückgegriffen werden kann, je nachdem welche Schätzung angemessener ist.

Die EFRAG stimmt in ihrer Stellungnahme den Ausführungen des Entwurfs zu, es sei aber nicht auszuschließen, dass die Vorschläge ggf. zu einer uneinheitlichen Behandlung von Unsicherheiten bei Ertragsteuern im Vergleich zu anderen Steuerarten (z. B. Umsatzsteuer) führen könnte, da diese explizit vom Anwendungsbereich des IAS 12 ausgeschlossen sind. Ähnliches hatte bereits der IFRS-FA des DRSC in seiner Stellungnahme vom 19. Januar 2016 geäußert.

EFRAG weist auf weitere Regelungslücke in IFRS 3 hin

Auch erkennt die EFRAG eine (weitere) bestehende Regelungslücke. Mit Verweis auf die basis for conclusions in IFRS 3 (IFRS 3. BC295) wird angemerkt, dass in IFRS 3 die Behandlung von uncertain tax positions (wohl bewusst) nicht adressiert wird. Daher empfiehlt die EFRAG eine Anpassung des Standards IFRS 3, eine Anpassung des Interpretationsentwurfs hingegen nicht.

Auch in Bezug auf die Beurteilung von Unsicherheiten in Bezug auf other tax positions sei eine Klarstellung notwendig. So müsse eine Beurteilung case-by-case erfolgen, eine Gruppierung unterschiedlicher Arten von anderen Steuerarten dürfte also nicht stattfinden.

Begrüßt wird hingegen der Vorschlag der vereinfachten rückwirkenden Anwendung mit Ausnahme der Anpassung der Vergleichsinformationen, da eine andersartige Vorgehensweise kaum nachvollziehbar wäre („area of uncertain tax treatments is highly judgmental and a full retrospective application would carry a significant risk of using hindsight“).

Praxis-Tipp: Weiteren Verlauf der Interpretation verfolgen

Die Ausführungen des Entwurf DI/2015/1 werden nach Finalisierung einheitlichere Regelungen zur bilanziellen Behandlung von uncertain tax positions vorhalten. Daher sollten Unternehmen den weiteren Verlauf der Interpretation verfolgen, insbesondere, wenn bisher intern abweichende bilanzielle Regelungen getroffen wurden.

Quelle:
EFRAG: Uncertainty over Income Tax Treatments

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Schlagworte zum Thema:  Ertragsteuer, IAS, EFRAG

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