21.08.2014 | Übernahmempfehlung

EFRAG stimmt Änderungen an IFRS 11, IAS 16 und IAS 38 zu

Die EFRAG hat grünes Licht für Änderungen an mehreren Standards gegeben.
Bild: PhotoDisc Inc.

Die europäische Beratungsgruppe EFRAG hat je eine Übernahmeempfehlung zu IFRS 11 über die bilanzielle Behandlung von Erwerben von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit sowie zu IAS 16 und IAS 38 zu akzeptablen Abschreibungsmethoden veröffentlicht.

Mit den Übernahmeempfehlungen sind folgende Änderungen im Detail verbunden:

  • Änderung an IFRS 11 - Accounting for Acquisitions of Interests in Joint Operations: Die Änderung betrifft die Bilanzierung des Erwerbs von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb (business) darstellt. Nach der Klarstellung (IFRS 11.21A) sind bei einem Erwerb eines Anteils an einer joint operation, die ein business i.S. von IFRS 3 darstellt, auch die Regelungen von IFRS 3 anzuwenden. Davon ausgenommen ist der Zuerwerb weiterer Anteile an einer joint operation.
  • Änderung an IAS 16 und IAS 38 - Clarification of Acceptable Methods of Depreciation and Amortisation: Die Änderungen bringen überarbeitete Leitlinien in Bezug auf zulässige Abschreibungsmethoden bei Sachanlagen (IAS 16) und immateriellen Vermögenswerten (IAS 38). Durch die Änderung an IAS 16 wird eine Abschreibung auf Basis der erwarteten Erlöse i.d.R. ausgeschlossen. An IAS 38 wurde eine entsprechende Änderung vorgenommen. Diese ist jedoch als widerlegbare Vermutung aufgenommen, wonach nur unter begrenzten Umständen eine Ausnahme möglich (bestimmender Faktor des intangibles ist das Erreichen eines Erlös-Ziels sowie Nachweis über hohe Korrelation von Erlös und Verbrauch) ist.

Beide Änderungen treten für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Die EFRAG hat bzgl. der oben dargestellten Änderungen des IASB seine jeweilige Übernahmeempfehlung ausgesprochen. Die Auswirkungsanalysen haben den entsprechenden Kriterien entsprochen (u.a. cost-benefit Kriterium).

Praxistipp
Die Änderungen stellen minimale Änderungen an einschlägigen Standards dar. Sind Unternehmen jedoch betroffen (z.B. bisherige Abschreibungsmethode ist erlösbasiert), sind die Auswirkungen von Relevanz. Gleiches gilt für die Klarstellung an IFRS 11. Daher sollten Unternehmen ähnliche Sachverhalte gemäß den bereits beschlossenen Änderungen ausrichten.

Schlagworte zum Thema:  IFRS, IAS, EFRAG

Aktuell

Meistgelesen