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EFRAG nimmt Stellung zu den vorgeschlagenen jährlichen Änderungen an den IFRS (ED/2015/10)

Lediglich die Änderungsvorschläge an IFRS 12 können einen größeren Kreis an Unternehmen betreffen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

EFRAG stimmt den Vorschlägen in dem aktuellen Entwurf  jährlicher Änderungen an den IFRS (Annual Improvements Project) vorbehaltlos zu.

Das IASB hat am 19. November 2015 den neusten Zyklus der Annual Improvements Reihe als Entwurf veröffentlicht. Der ED/2015/10 Annual Improvements to IFRSs 2014–2016 Cycle  enthält Änderungsvorschläge an drei Standards (IFRS 1, IFRS 12 und IAS 28). EFRAG ist Anfang März der Aufforderung zur Stellungnahme nachgekommen und hat seine Meinung zum ED beim IASB eingereicht.

 

  • IFRS 1: Die befristeten Ausnahmen in IFRS 1.E3 bis E7 (u. a. zu Angaben zum Transfer von Finanzinstrumenten infolge der temporären Änderung an IFRS 7/IAS 39 aus 2010) sollen gestrichen werden, da die betroffenen Berichtsjahre abgelaufen sind. EFRAG stimmt der Änderung und dem effective date (1.1.2018) zu.
  • IFRS 12: Durch Einfügung eines neuen Paragraphen 5A soll klargestellt werden, dass die Vorschriften von IFRS 12 auch auf die in Paragraph 5 genannten Beteiligungen eines Unternehmens anzuwenden sind, die als zu Veräußerungszwecken oder zu Ausschüttungszwecken gehalten werden bzw. als aufgegebene Geschäftsbereiche nach IFRS 5 klassifiziert werden. Ausgenommen sind nur die Vorschriften von IFRS 12.B10-B16. Neben der Zustimmung, wird auch die retrospektive Anwendung im Einklang mit IAS 8 durch EFRAG nochmals betont. Selbst wenn Unternehmen bislang nicht bereits im Einklang mit IFRS 12 berichtet hätten, seien die Informationen nach Ansicht der EFRAG leicht verfügbar.
  • IAS 28: Betroffen ist IAS 28.18 zu Ausnahmen von der Anwendung der equity-Methode. Sofern eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen oder joint venture i. S. v. IFRS 11 direkt oder indirekt durch eine Wagniskapitalgesellschaft gehalten wird, besteht ein Wahlrecht die Beteiligungen at fair value through profit or loss (IFRS 9/IAS 39) anstatt nach der equity-Methode zu bewerten. Die Klarstellung betrifft die Einfügung der investment-by-investment basis, d. h. für die Ausnahme qualifizierende Unternehmen können das Wahlrecht für jede Beteiligung einzeln ausüben. EFRAG stimmt auch diesem Vorschlag zu, schränkt die retrospektive Anwendung jedoch ein. Insbesondere wenn bislang eine ausnahmslose fair value-Bewertung für alle Beteiligungen stattgefunden hat und nun teilweise eine equity-Bewertung stattfinden soll, könnte die Nichtverfügbarkeit von Daten für die Vergangenheit eine retrospektive Ausnahme verhindern. Ebenso sei eine retrospektive Anwendung kaum möglich, wenn bislang überhaupt keine fair value-Bewertung stattgefunden hat, dies aber nun für einzelne Investments stattfinden soll („an entity may not have collected all necessary information to apply retrospectively this amendments without the undue use of hindsight“).

Praxis-Tipp: Konformität mit dem Änderungsvorschlag zu IFRS 12 überpürfen

Die vorgeschlagenen Änderungen durch das neueste Annual Improvements Cycle betreffen bzgl. der Änderungen an IFRS 1 und IAS 28 Sonderthemen. Einzig die Änderung an IFRS 12 kann einen größeren Kreis an Unternehmen betreffen und es ist daher ratsam, bereits jetzt die Konformität mit dem Änderungsvorschlag zu überprüfen.

Quelle:
EFRAG Comment Letter: Annual Improvements to IFRSs 2014-2016 Cycle

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Schlagworte zum Thema:  EFRAG, IFRS, IFRS 1

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