18.08.2016 | EFRAG

Stellungnahme sieht Änderungen an IFRS 3 und IFRS 11 sehr positiv

EFRAG lobt verbesserte Definition von business und Klarstellungen zur Bilanzierung von zuvor gehaltenen Anteilen (IFRS 3 und IFRS 11).
Bild: Haufe Online Redaktion

Der veröffentlichte Entwurf des IASB zur Ergänzung von IFRS 3 und IFRS 11 wird insbesondere bezüglich der Lösungsvorschläge zur Unterscheidung eines business von einer Gruppe von Vermögenswerten, als gute und pragmatische Lösung angesehen.

Das IASB hatte am 28.6.2016 einen Entwurf ED/2016/1 - Definition of a Business and Accounting for Previously Held Interests zu Änderungen an IFRS 3 und IFRS 11 veröffentlicht. Der Entwurf enthält einerseits Änderungen zur Definition eines business nach IFRS 3 und andererseits Klarstellungen zur Bilanzierung von zuvor gehaltenen Anteilen (previously held interests), wenn ein Investor erstmals alleinige Beherrschung oder gemeinschaftliche Beherrschung über ein business erlangt, welches eine joint operation gemäß IFRS 11 darstellt.

EFRAG begrüßt Änderungen zu IFRS 11 als konsistent mit Regelungen von IFRS 3

Die Europäische Beratungsgruppe für Rechnungslegung (EFRAG) hat am 27.7.2016 seine Stellungnahme zu ED/2016/1 veröffentlicht und durchweg ein positives Feedback gegeben. Die Änderungen zu IFRS 11 (nur erstmalige alleinige Kontrolle durch einen Investor bedingt eine Neubewertung zuvor gehaltener Anteile i.S. einer business combination achieved in stages) sind als konsistent mit den Regelungen von IFRS 3 begrüßt worden.

Neudefinition von business reduziert Arbeitsaufwand

Die Neudefinition eines business wurde ebenfalls begrüßt. Nach Ansicht der EFRAG und Rückmeldung aus der Praxis können nun einige fehlerhafte Beurteilungen (Abbildung einer asset acquisition als business combination), wie sich dies wohl in der Vergangenheit vermehrt gezeigt hatte, vermieden werden. Der nun verfolgte, durch Beispiele unterlegte Weg sei pragmatischer und reduziere den Arbeitsaufwand (proposals are pragmatic and should help to reduce the workload in making this distinction in various situations that can be problematic under the current guidance). Der vom IASB vorgesehene sogenannte screening test (Prüfschema in IFRS 3.B8A), wonach zweistufig zu prüfen ist, ob ein business vorliegt, wird sehr positiv bewertet, da nun in Grenzfällen mit weniger Ermessensspielraum eine Entscheidung – Bestehen eines business? - getroffen werden kann.

Aufgeführte Beispiele für business zum Teil noch verbesserungswürdig

Die vom IASB neu eingefügten Beispiele sind zwar gut, nach Ansicht von EFRAG aber leider dennoch teils unklar. So werde in Example C vom Erwerb einer „television station“ gesprochen, die mangels outputs kein business sein könne. Dies sei aber nicht immer der Fall, daher wäre besser vom Erwerb von „broadcasting assets“ zu sprechen. An diesem Beispiel ist aber erkennbar, dass auch nach Änderung immer noch Spielräume in der Auslegung bleiben werden.

Stellungnahme bis 18.10.2016 möglich

Stellungnahmen zum Entwurf von EFRAG zu ED/2016/1 können bis zum 18.10.2016 eingereicht werden.

Praxis-Tipp: Bereits jetzt bei Unternehmenserwerben Klarstellungen des ED berücksichtigen

Das positive Feedback spricht - nach Finalisierung des ED - für eine rasche Übernahme in EU-Recht. Daher ist es zu empfehlen bei (Unternehmens-)Erwerben in naher Zukunft bereits jetzt auf die Klarstellungen des ED zu achten, ob die Definition eines business nach IFRS 3 erfüllt ist.

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Schlagworte zum Thema:  IFRS 3, IFRS, EFRAG, Stellungnahme

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