21.05.2015 | EFRAG

Stellungnahme zu ED/2014/6 und Übernahmeempfehlung zu den Änderungen bzgl. Investmentgesellschaften

Durch die Ablehnung des IAS 7 würde (vorerst) eine weitere Ausdehnung des Anhangs vermieden werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Während EFRAG bzgl. der Übernahme der Änderungen zu den Ausnahmevorschriften für Investmentgesellschaften in EU-Recht vorläufig zustimmt, werden hingegen die vorgesehenen neuen Angabevorschriften zu IAS 7 durch ED/2014/6 kritisiert.

Die Europäische Beratungsgruppe für Rechnungslegung (EFRAG) hat am 11. Mai 2015 zu zwei Themen betreffend die Anwendung der IFRS eigene Stellungnahmen veröffentlicht.

Betroffen ist einerseits der Entwurf ED/2014/6 zu Änderungen an IAS 7. Der Entwurf behandelt Änderungen zu Angaben zu cash flows aus Finanzierungstätigkeit und deren Auswirkungen auf die in der Bilanz ausgewiesenen Posten. Insbesondere soll die Darstellung der cash flows aus Finanzierungstätigkeit künftig um eine Überleitungsrechnung ergänzt werden, die außerhalb der Kapitalflussrechnung angegeben wird.

Unsystematischer Ansatz stößt auf Kritik

Die EFRAG kritisiert den unsystematischen Ansatz („piecemeal“) des Entwurfs. Zwar sei eine Überleitungsrechnung zur Veranschaulichung der Entwicklung des Schuldenbestands sinnvoll, jedoch seien in einem ersten Schritt zu erreichende Ziele („objectives“) zu definieren, auf Basis derer dann die neuen Anforderungen auszurichten seien (und nicht vice versa). Des Weiteren werden auch die im Entwurf enthaltenen Beispiele (illustrative examples) als nicht praxisnah („simplistic“) eingeschätzt, da diese gängige Posten nicht enthalten (z. B. Vorauszahlungen, fair value-Änderungen von Derivaten). Darüber hinaus würden in den vorgeschlagenen Beispielen auch Begrifflichkeiten verwendet, die nicht in den IFRS definiert sind (z. B. „long term debt“). Zur Vermeidung von Unklarheiten sollten ausschließlich in den IFRS definierten Begrifflichkeiten verwendet werden (z. B. „total reconciled components of financing activities“).

Den vorgesehenen neuen Angabevorschriften in IAS 7.50A zu bedeutsamen Verwendungsbeschränkungen von Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten erteilte die EFRAG ihre Ablehnung. Diese würden sich mit bereits bestehenden Vorschriften in IAS 7.48, IFRS 12.13a) und IFRS 7.34a)/.39 überschneiden („lack a clear objective, they are not clear and largely overlap with existing guidance“). Daher sei nicht klar, warum hierdurch eine Verbesserung erreicht werden könne. Auch erwähnte die EFRAG, dass das IASB das Ziel für Kapitalflussrechnungen bei Kreditinstituten zu überdenken habe. Die kommentierende Öffentlichkeit (aus dem Bereich der Kreditinstitute) schenkt den Informationen der Kapitalflussrechnung nur wenig Aufmerksamkeit, da diese keine für das Geschäftsmodell relevanten Informationen liefere.

Behandlung von Investmentgesellschaften

Das zweite Thema betrifft Anpassungen zum Konsolidierungspaket hinsichtlich der Behandlung von Investmentgesellschaften. Die Anpassungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 adressieren Klarstellungen zu den Ausnahmeregelungen. Diese betreffen u. a.:

  • Ausnahme von der Erstellung eines Konzernabschlusses: Nach der Klarstellung gilt die Ausnahmevorschrift weiterhin für ein Mutterunternehmen, das selbst Tochterunternehmen einer Investmentgesellschaft i. S. d. IFRS 10 ist, auch dann, wenn die Investmentgesellschaft seine Tochtergesellschaften zum fair value bilanziert.
  • Ausnahme von der Konsolidierung für „externe“ Dienstleistungsgesellschaften: Diese Rückausnahme gilt nur für solche Dienstleistungstochterunternehmen, die als verlängerter Arm der übergeordneten Mutter Dienstleistungen in Bezug auf deren Anlagetätigkeit erbringen und selbst nicht die Definition einer Investmentgesellschaft erfüllen.

Die EFRAG hat in Bezug auf die Änderungen ihre vorläufige Übernahmeempfehlung ausgesprochen, da die Änderungen den Übernahmekriterien entsprechen. Die EFRAG erbittet nun Stellungnahmen zum Entwurf der Übernahmeempfehlung bis zum 19. Juni 2015.

Praxistipp

Die Ablehnung der Änderungen an IAS 7 seitens der EFRAG ist zu begrüßen, da hierdurch eine weitere Ausdehnung des Anhangs (vorerst) vermieden wird. Ohnehin sind ähnliche Angaben bereits - wie durch die EFRAG festgestellt - vorhanden. Hinsichtlich der Übernahmeempfehlung seitens der EFRAG ist als relevante Änderung bzw. Klarstellung u. a. die Ausdehnung der Ausnahmevorschriften für Mutterunternehmen, die selbst Tochterunternehmen einer Investmentgesellschaft sind, hervorzuheben.

Quelle:

EFRAG: Comment Letter on ED/2014/6

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