20.03.2014 | Sammelentwurf des IASB

EFRAG sieht Klärungsbedarf bei IAS 19

Die Bemessung des Diskontierungssatzes ist der Zankapfel zwischen IASB und EFRAG.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die EFRAG sieht noch weiteren Klarstellungsbedarf zum siebten Zyklus des AIP 2012-2014 (ED/2013/11), den der IASB im Dezember 2013 veröffentlicht hat. Dies geht aus einer aktuellen Stellungnahme hervor.

Bei den geplanten Änderungen geht es um insgesamt vier Standards.
• IFRS 5 (Leitlinien zur Umklassifizierung in die Kategorie zu Ausschüttungszwecken gehalten),
• IFRS 7 (Leitlinien zur Identifizierung eines servicing contract sowie zu continuing involvement)
• IAS 34 (Klarstellung, was „elsewhere“ bzgl. des Ortes der Angabepflichten in IAS 34.16A bedeutet) und
• IAS 19
Die Änderungen sollen - sofern diese finalisiert werden - für Geschäftsjahre in Kraft treten, die nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Ausgenommen hiervon war jedoch der Vorschlag zur Änderung bzw. Klarstellung von IAS 19.
EFRAG will bei IAS 19 Ermessensspielraum einschränken
Die EFRAG sieht insbesondere bei IAS 19 Klarstellungsbedarf auf die notwendige Währungsäquivalenz der Rendite, die zur Bestimmung des angemessenen Diskontierungszinssatzes herangezogen werden soll (IAS 19.83). Bislang galt, dass in „Ländern“ ohne liquiden Markt für Industrieanleihen stattdessen die (am Abschlussstichtag geltende und) beobachtbare Marktrendite für Staatsanleihen zu verwenden ist. Nun wird klargestellt, dass auf die Rendite einer Anleihe in der gleichen „Währung“, also nicht notwendigerweise des gleichen Landes, abzustellen ist.
Zwar ist auch die EFRAG der gleichen Ansicht wie der IASB, dass es einer Klarstellung der Regelungen in IAS 19.83 bedarf, in denen es um die Ermittlung des Diskontierungszinssatzes bei Fehlen eines liquiden Marktes geht, jedoch fehlt es der EFRAG bei den neuen Vorschlägen an der (ausreichenden) argumentativen Hinterlegung für die vorgesehene Anpassung. Darüber hinaus besteht nach Auffassung der EFRAG die Befürchtung, dass die Anwendung der (vorgeschlagenen) geänderten Regelungen in bestimmten Szenarien zu einem nicht sachgerechten Ergebnis führen könnte bzw. zumindest unklar wäre. Als Beispiel wird seitens der EFRAG ein Szenario angeführt, in dem ein Land sich für reine Handelszwecke an eine starke Währung koppelt (z.B. US Dollar), sich die Jurisdiktionen jedoch in wesentlichen Merkmalen ganz erheblich voneinander unterscheiden (z.B. Republik Ecuador verglichen mit den Vereinigten Staaten von Amerika). Auch sei nicht klar, welche Auswirkung dies auf Währungsräume hätte, in denen regionenspezifische Unterschiede hinsichtlich der Liquidität von Anleihenmärkten zu verzeichnen seien (z.B. Deutschland als „deep market“ für Anleihen im Euroraum).

Dementsprechend ist EFRAG der Meinung, der IASB solle sachgerechtere Erläuterungen zur Bemessung des Diskontierungszinssatzes bereitstellen, die Anwendern weniger Ermessenspielraum erlauben. Den kritischen Äußerungen des EFRAG zu den angedachten Klarstellungen an IAS 19 hatte sich bereits der IFRS-Fachausschuss (IFRS-FA) des Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee e.V. (DRSC) in seiner Stellungnahme an das IASB angeschlossen.
Einschätzung
Die Kritik der EFRAG ist nachvollziehbar, da die Richtlinien des IAS 19.83 zur Bemessung des Diskontierungszinssatzes, auch nach angedachter Klarstellung, Fragen offen lassen. Anwendern werden die Klarstellungen daher gegebenenfals nur neuen Diskussionsbedarf liefern anstatt Klarheit.

Schlagworte zum Thema:  IAS 19, IASB, EFRAG

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