17.04.2014 | Schreiben an IASB

EFRAG geht auf Distanz zu Änderungen an IAS 28

Der IAS 28 wird zum Zankapfel zwischen EFRAG und IASB.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die EFRAG hat gegenüber dem IASB Bedenken hinsichtlich der erwarteten Änderungen durch IAS 28 - Equity Method: Other Changes in the Investor’s Share of the Investee’s Net Assets geäußert

Die europäische Beratungsgruppe für Rechnungslegung (EFRAG) hat Ende März 2014 in einem Schreiben an den Vorsitzenden des International Accounting Standards Board (IASB) Bedenken geäußert, die die bevorstehenden Änderungen durch IAS 28 - Equity Method: Other Changes in the Investor’s Share of the Investee’s Net Assets (Equity-Methode: Anteil an sonstigen Änderungen des Nettovermögens) betreffen. Diese gehen auf Beratungen aus der Sitzung des beratenden Forums für Bilanzierungsstandards (Accounting Standards Advisory Forum, ASAF) zurück.
Ein Einwand betrifft einen befürchteten konzeptionellen Bruch innerhalb der IFRS (speziell IAS 1): Nach IAS 1 haben nur Geschäftsvorfälle mit Eigenkapitalgebern direkte Auswirkung auf das Eigenkapital (well-accepted and fundamental principle of IAS 1 Presentation of Financial Statements that only transactions with equity holders impact equity directly). So werden im Schreiben diverse Anwendungsfälle tabellarisch skizziert, in denen es nach Ansicht der EFRAG zu einem Bruch mit diesem Konzept kommen könnte.
Auch befürchtet die EFRAG, dass (wegen der Änderung) wirtschaftlich ähnliche Geschäftsvorfälle (direkte und indirekte Erwerbe und Veräußerungen) unterschiedlich bilanziert würden. Schlussendlich sieht die EFRAG durch die geplante Änderung auch eine Möglichkeit der aufgeschobenen Verlusterfassung, da Buchwertminderungen eines Investors aufgrund einer Verwässerung erst in der GuV erfasst würden, wenn die Equity-Methode nicht länger angewendet wird. Als Lösung bzw. Alternative beschreibt die EFRAG in dem Schreiben auch einen Alternativansatz, der im Wesentlichen auf Vorschläge des IFRS Interpretations Committee zurückgeht.
Einschätzung
Die EFRAG hat die bevorstehende Änderung an IAS 28 zum Anlass genommen ihrer Funktion als beratendes „IFRS-Gremium“ innerhalb der EU Rechnung zu tragen. Es bleibt abzuwarten, ob die seitens des Standardsetters vorgeschlagene Änderung ggf. nach Inkrafttreten bereits eine Folgeänderung durch das IASB erfährt.

Alles rund um das Thema IFRS finden Sie in unserem Standardwerk, dem Haufe IFRS Kommentar.

Schlagworte zum Thema:  IASB, EFRAG

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