29.11.2012 | Top-Thema E-Bilanz im Rechnungswesen

Steuerdeklaration

Kapitel
Steuererklärungen elektronisch übermitteln
Bild: Michael Bamberger

Hinsichtlich der Übermittlung der Steuererklärungen ist zu beachten, dass diese bereits ab 2011 von den Unternehmen elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt werden müssen.

Hinweis: Die Abgabe von E-Bilanz und Steuererklärung kann nach Aussage der Finanzverwaltung unabhängig voneinander erfolgen. Damit besteht keine eigene Abgabefrist für die E-Bilanz. Sie kann sowohl vor der Abgabe der Steuererklärung als auch danach erfolgen. Es ist davon auszugehen, dass sie spätestens zum Fristablauf der Steuererklärung abzugeben ist.

Übertragung durch Rechnungswesen oder Steuerberater?

Für die Umsetzung des Projekts E-Bilanz ist zu unterscheiden, ob die E-Bilanz samt der steuerlichen Buchungen im unternehmenseigenen Rechnungswesen abgebildet werden und von dort aus via XBRL-Schnittstelle an die Finanzverwaltung übertragen werden soll oder ob es sinnvoller ist, unterjährig nur die handelsrechtlichen Wertansätze in der Steuer-Taxonomie im eigenen Rechnungswesen zu erfassen und die weiteren Arbeitsschritte auf den steuerlichen Berater zu übertragen.

Übertragung durch Steuerberater

In der Regel wird in der heutigen Praxis der handelsrechtliche Jahresabschluss an den steuerlichen Berater übergeben, der auf dieser Grundlage die steuerlichen Anpassungen - sei es in einer Überleitungsrechnung oder durch die Aufstellung einer Steuerbilanz - ermittelt und daraufhin die betrieblichen Steuern berechnet und deklariert.

Folgt man diesem Ablauf, so kann auch die E-Bilanz auf diese Weise erstellt werden. Einzige Voraussetzung ist, dass ab dem 1.1.2012 vom betrieblichen Rechnungswesen alle Geschäftsvorfälle in dem angepassten Kontenrahmen der Steuer-Taxonomie erfasst werden. Anschließend können diese Daten als Summen- und Saldenliste, z. B. in Excel, an den steuerlichen Berater übertragen werden, der auf Grundlage dieser Daten dann die steuerlichen Anpassungsbuchungen vornimmt und die so entstandene E-Bilanz über die XBRL-Schnittstelle an die Finanzverwaltung im Auftrag seines Mandanten versendet.

Übertragung durch Rechnungswesen

Entscheidet man sich, die E-Bilanz vollumfänglich im eigenen Rechnungswesen abzubilden und via XBRL-Schnittstelle an die Finanzverwaltung zu übertragen, muss sichergestellt sein, dass neben der unterjährigen Verbuchung der Geschäftsvorfälle in der Steuer-Taxonomie die steuerlichen Wertansätze gesetzeskonform ermittelt werden können und die eingesetzte IT-Software über die notwendige XBRL-Schnittstelle verfügt. Der Anpassungsaufwand ist in diesem Fall deutlich höher, da die Steuerabteilung umfassendere Umstellungsmaßnahmen durchführen muss. Möchte das Unternehmen die steuerlichen Wertansätze im eigenen Rechnungswesen abbilden und an die Finanzverwaltung via XBRL-Schnittstelle versenden, kann aber nicht auf das notwendige steuerliche Fachwissen intern zurückgreifen, bietet sich als Alternative die Ermittlung der steuerlichen Abweichungen durch den steuerlichen Berater an. Die so ermittelten Daten können dann dem Unternehmen zur Verfügung gestellt und vom Rechnungswesen in der Finanzbuchhaltung erfasst werden.

Hinweis: Dieser Textauszug stammt aus „E-Bilanz: Die Umsetzung im Unternehmen“ von Arne Jansen/Tobias Polka. Weitere Hinweise und Tipps zur Steuerdeklaration erhalten Sie in dem Beitrag „E-Bilanz: Die Umsetzung im Unternehmen“.

Schlagworte zum Thema:  Steuererklärung, Jahresabschluss, XBRL, Taxonomie, E-Bilanz

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