29.11.2012 | Top-Thema E-Bilanz im Rechnungswesen

Software und Schnittstellen

Kapitel
Bilanz und GuV elektronisch übermitteln
Bild: Michael Bamberger

Sollen die Daten, wie es das Ziel der E-Bilanz ist, automatisiert erfasst und für die Übertragung aufbereitet werden, müssen die Rechnungslegungsprozesse in den Unternehmen umgestellt werden.

Während Anbieter mittelständischer Rechnungswesen-Software über zuvor angepasste Kontenpläne automatisch zum XBRL-Datensatz überleiten wollen (z. B. Datev), wird dies bei komplexen ERP-Systemen nicht ohne Weiteres möglich sein. Denn die benötigten Informationen sind nicht nur aus Hauptbuchauswertungen sondern auch z. B. aus der separierten Anlagenbuchhaltung oder anderen Nebenbüchern zu entnehmen.

Softwareanbieter ansprechen

Deshalb kann es u. U. möglich sein, dass in vielen Unternehmen neue EDV-Systeme erforderlich werden. Das Unternehmen muss in einem ersten Schritt seinen Softwareanbieter ansprechen, welche IT-Lösung dieser für die E-Bilanz bereitstellen wird. Sollte dieser noch keine Lösung präsentieren oder generell keine E-Bilanz-Lösung anbieten können, sollte das Unternehmen eine Kosten-/Nutzen-Bewertung der am Markt verfügbaren (IT-) Lösungen für die E-Bilanz auf seine spezifische Eignung durchführen.

XBRL-Format

Ferner ist hinsichtlich der Schnittstellen zu klären, ob diese für den Report der Steuerbilanz-Daten im XBRL-Format geeignet sind. Vielfach erfolgt die Überleitung des steuerlichen Gewinns oder die Erstellung einer Steuerbilanz und die Erstellung und Fortschreibung von Sonder- und Ergänzungsbilanzen zurzeit noch in individuellen Excel-Lösungen, da die Werte bisher im handelsrechtlichen Rechnungswesen nicht zur Verfügung stehen. Insofern bedarf es künftig der Integration in ein einheitliches Softwaremodul, um die Datenbereitstellung gewährleisten zu können. Dabei müssen die Abläufe und die EDV-Strukturen so gestaltet sein, dass eine Doppelerfassung von Daten möglichst vermieden wird. Dies erfordert entweder ein einheitliches System oder zumindest entsprechende Datenschnittstellen.

Zeitplan im Blick behalten

Dabei ist zu beachten, dass diese Umstellungsprozesse insbesondere bei den Unternehmen, die nicht auf Standardlösungen, wie z. B. Datev, zurückgreifen, sondern eigene ERP-Systeme einsetzen, einem ausreichenden zeitlichen Vorlauf bedürfen. Denn zum Erwerb des neuen Softwarebausteins sind insbesondere die Implementierungs- und Testphasen mit einzuplanen. Um ab dem 1. Januar 2012 unterjährig auf den neuen Konten buchen zu können, hätte diese Umstellung Ende 2011 abgeschlossen sein müssen. Die Problematik der Übertragung der E-Bilanz an die Finanzverwaltung dagegen brauchen Sie erst jetzt oder im Jahre 2013 entscheiden.

Hinweis: Dieser Textauszug stammt aus „E-Bilanz: Die Umsetzung im Unternehmen“ von Arne Jansen/Tobias Polka. Ausführliche Informationen und Hinweise erhalten Sie in dem Beitrag „E-Bilanz: Die Umsetzung im Unternehmen“.

Schlagworte zum Thema:  XBRL, Kontenplan, ERP, Taxonomie, E-Bilanz

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