29.11.2012 | Top-Thema E-Bilanz im Rechnungswesen

Kontenstruktur der Nebenbücher

Kapitel
E-Bilanz: Erweiterte Anforderung an Nebenbücher
Bild: Michael Bamberger

Durch die Anpassung des Kontenrahmens des handelsrechtlichen Hauptbuchs erwachsen an die Nebenbücher erweiterte Anforderungen hinsichtlich der zu generierenden Informationen.

Inwieweit die Nebenbücher im Einzelfall angepasst werden müssen, hängt von vielen unternehmensspezifischen Faktoren wie z. B. der Wahlrechtsausübung zwischen steuerrechtlichen und handelsrechtlichen Bewertungswahlrechten sowie Ansatzwahlrechten oder der vorhandenen Gesellschafterstruktur und den Geschäftsvorfällen zwischen Gesellschaftern und der Gesellschaft ab. Nachfolgend soll deshalb für die wesentlichen Nebenbücher der Anpassungsbedarf exemplarisch dargestellt werden.

Anlagenbuchhaltung

Auf die Anlagenbuchhaltung kommen neben der Aufgliederung einzelner Positionen im Ausweis auch die Abbildung von Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz zu. Damit bestimmen sowohl der Ausweis als auch die Bewertung den Umstellungsprozess im Bereich des Anlagennebenbuchs.

Da die Taxonomie der E-Bilanz an manchen Stellen des Anlagevermögens eine stärkere Differenzierung verlangt, sollte diese Differenzierung auch schon im Anlagennebenbuch abgebildet werden können. Dabei ist die Gliederungsstruktur der E-Bilanz Taxonomie auch im Nebenbuch abzubilden.

Für die Fälle, in denen die steuerlichen Wertansätze von den handelsrechtlichen Wertansätzen abweichen, muss die Anlagenbuchhaltung in der Lage sein, diese auch abbilden zu können. Jedenfalls immer dann, wenn die E-Bilanz aus dem eigenen Finanzbuchhaltungssystem versendet werden soll. Für diese steuerlichen Wertansätze werden in der Regel separate, rein steuerlich zu bebuchende Konten im Kontenrahmen des Hauptbuchs eingerichtet. An dieser Stelle ist insbesondere der Softwareanbieter gefragt, da er wie im Hauptbuch die Möglichkeit in der Software bereitstellen sollte, handels- und steuerrechtliche Auswertungen parallel zu erstellen.

Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung

Die Debitoren- und Kreditorennebenbücher liefern saldierte Werte der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen für das Hauptbuch. Je nach Größe des Unternehmens und dessen Branche zählen diese Buchhaltungen zu den personell am stärksten ausgestatteten Abteilungen des Rechnungswesens.

Die Nebenbücher für Kreditoren und Debitoren bilden jedoch oftmals in ihren Personenkonten nicht nur Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Kunden ab, sondern beinhalten auch regelmäßig Personenkonten für Mitarbeiter, Gesellschafter oder verbundene Unternehmen bzw. Beteiligungsgesellschaften. Gerade für diese Gruppen werden die Anforderungen an deren Ausweis durch die Taxonomie der E-Bilanz erweitert. Aus diesem Grund ist es unter Umständen sinnvoll, wenn die Zuordnung der Personenkonten für die betreffenden Gruppen dem veränderten Kontenrahmen angepasst wird.

Eventuell ist auch eine Differenzierung innerhalb der Personenkonten vorzunehmen, z. B. immer dann, wenn verschiedene Geschäftsvorfälle für unterschiedliche Gesellschafter auf einem Konto "Gesellschafter" erfasst werden. Hieraus wird ersichtlich, dass die neue Konzeption der Taxonomie sich nicht nur auf das Hauptbuch auswirkt, sondern auch auf die Nebenbücher durchschlägt. Informationen über Geschäftsvorfälle müssen demnach unter Umständen anders aufbereitet und die Prozessstrukturen innerhalb des Rechnungswesens daraufhin angepasst werden.

Wichtig: Gerade in Bezug auf die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung und der Hauptbuchhaltung bedarf es einer intensiveren Abstimmung zwischen den einzelnen internen Abteilungen des Rechnungswesens hinsichtlich der Erfassung und Aufgliederung von Geschäftsvorfällen. Die Koordination der einzelnen Abteilungen im Rechnungswesen sollte im Rahmen der Konzeption nicht vernachlässigt werden.

Hinweis: Dieser Textauszug stammt aus „E-Bilanz: Die Umsetzung im Unternehmen“ von Arne Jansen/Tobias Polka. Weitere Informationen zur Anlagenbuchhaltung sowie zur Übertragung des Anlagespiegels  erhalten Sie in dem Beitrag „E-Bilanz: Die Umsetzung im Unternehmen“.

Schlagworte zum Thema:  Kreditor, Debitor, XBRL, Taxonomie, E-Bilanz

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