E-Bilanz: BMF veröffentlicht Taxonomie 6.4

Mit Schreiben vom 23.7.2020 hat das BMF die Taxonomien (Version 6.4) als amtlich vorgeschriebenen Datensatz nach § 5b EStG veröffentlicht, die grundsätzlich für Bilanzen des Wirtschaftsjahres 2021 oder des abweichenden Wirtschaftsjahres 2021/2022 angewandt werden müssen.

Seit dem Jahr 2014 sind alle bilanzierenden Unternehmen gem. § 5b EStG verpflichtet, den Inhalt ihrer Bilanzen sowie der Gewinn- und Verlustrechnungen nach einem amtlich vorgeschriebenen Datensatz elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln (E-Bilanz). Hierfür gibt die Finanzverwaltung ein Datenschema für die Jahresabschlussdaten (Taxonomie) vor.

Die Taxonomien in der Version 6.4 sind grundsätzlich für Bilanzen der Wirtschaftsjahre zu verwenden, die nach dem 31.12.2020 beginnen (Wirtschaftsjahr 2021 oder 2021/2022). Sie gelten entsprechend für die in Rn. 1 des BMF-Schreibens vom 28.9.2011 (IV C 6 - S 2133 b/11/10009, BStBl. I 2011 S. 855) genannten Bilanzen sowie für Eröffnungsbilanzen, sofern diese nach dem 31.12.2020 aufzustellen sind. Die Finanzverwaltung beanstandet es jedoch nicht, wenn diese auch für das Wirtschaftsjahr 2020 oder 2020/2021 verwendet werden. Die aktualisierten Taxonomien (Kern-, Ergänzungs- und Spezialtaxonomien) stehen unter www.esteuer.de zur Information und zum Abruf bereit.

Laut BMF-Schreiben wird die Übermittlungsmöglichkeit mithilfe der Taxonomien in der Version 6.4 (BMF-Schreiben vom 23.7.2020 – IV C 6 - S 2133-b/20/10002 :003) für Testfälle voraussichtlich ab November 2020 und für Echtfälle ab Mai 2021 gegeben sein. Die wesentlichen Änderungen in den einzelnen Taxonomien ergeben sich aus dem ebenfalls bereitgestellten Änderungsnachweis.

Im Zuge der jährlichen Standardarbeiten wurde zur allgemeinen Weiterentwicklung der Taxonomien und Umsetzung fachlicher Änderungen eine Vielzahl einzelner Anpassungen vorgenommen. Beispielsweise wurden einzelne Positionen der Taxonomien aus fachlichen Gründen geändert oder ergänzt (z.B. Einfügung einer neuen Position „nicht abziehbare Betriebsausgaben nach § 4k EStG“ aufgrund des Entwurfs eines Gesetzes zur Umsetzung der Anti-Steuervermeidungsrichtlinie) und Anpassungen zur Qualitätssicherung und Prozessoptimierung fortgesetzt.

Mit Schreiben vom 6.6.2018 (IV C 6 - S 2133-b/18/10001, BStBl. I 2018 S. 714) wies das BMF auf die Einführung eines neuen Berichtsteils „steuerlicher Betriebsvermögensvergleich“ in der Taxonomie-Version 6.2 hin. Dieser sieht Taxonomie-Positionen zur Ermittlung und Übermittlung des Gewinns durch Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG vor. Die werthaltige Übermittlung des Berichtsteils war bislang freiwillig. Ab der Taxonomie-Version 6.4 gilt jedoch eine Übermittlungspflicht für alle Taxonomiearten. Aus diesem Grund erfolgt für die entsprechenden Taxonomie-Positionen eine Auszeichnung als sogenannte "Mussfelder". Begleitend hierzu wurden zudem entsprechende ERiC-Regeln (ELSTER Rich Client), durch die der Datensatz verschiedenen Plausibilitäts- und Validierungsprüfungen unterzogen wird, in den Technischen Leitfaden zur Taxonomie-Version 6.4 aufgenommen.

Hinweis:

Neben den aktualisierten Taxonomien wird auch eine Vorschau auf die Taxonomie-Version 6.5 zur Verfügung gestellt. Die Vorschau enthält zwischen Wirtschaftsvertretern und Finanzverwaltung abgestimmte Taxonomie-Positionen aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Sicht, die eine optimierte Abbildung für Sachverhalte mit einer stillen Beteiligung ermöglichen. Die im BMF-Schreiben vom 23.7.2020 angekündigte Vorschau ist technisch bereits fertig gestellt und soll allen Betroffenen die Möglichkeit bieten, sich frühzeitig mit den geplanten Änderungen auseinanderzusetzen und sich auf die Einführung neuer Taxonomie-Positionen vorzubereiten. Die Bereitstellung wird jedoch bis zur Veröffentlichung fachlicher Publikationen um wenige Wochen zurückgestellt.

In diesem Zusammenhang wird auf das BMF-Schreiben vom 24.11.2017 (IV C 6 - S 2133-b/17/10004, BStBl. I 2018 S. 1543) zur Übermittlungspflicht von Bilanzen nach § 5b EStG in Fällen atypisch stiller Gesellschaften hingewiesen.

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Bundesministerium der Finanzen