Das DRSC äußert sich grundsätzlich positiv zu den Änderungsvorschlägen. Bild: Corbis

Das DRSC sieht die Änderungen durch den Entwurf grundsätzlich positiv, die Änderungsvorschläge zu IAS 12 bedürfen jedoch einer Ergänzung.

Am 12.1.2017 hat der IASB einen neuen Exposure Draft zum Annual Improvements Cycle 2015-2017 (ED/2017/1) veröffentlicht. Betroffen sind Änderungsvorschläge an IAS 12, IAS 23 und IAS 28 bzw. IFRS 9.

Fachausschuss nimmt Stellung: Grundsätzliche Zustimmung und kritische Anmerkungen

Das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) hat durch seinen IFRS-Fachausschuss (IFRS-FA) zu ED/2017/1 am 23.2.2017 Stellung genommen.

Neben der grundsätzlichen Zustimmung werden die Änderungen an IAS 12 und IAS 28/IFRS 9 jedoch kritischer gesehen.

  • IAS 12: Die Vorschriften des IAS 12.52B sollen auf alle ertragsteuerlichen Auswirkungen von Dividenden anzuwenden sein. D.h. tatsächliche Ertragsteuern, die aus Dividendenzahlungen resultieren, sind grundsätzlich erfolgswirksam zu erfassen. Die Änderungen sollen nach IAS 8 retrospektiv anzuwenden sein. Nach Ansicht des IFRS-FA wird jedoch die eigentliche Frage nicht geklärt, nämlich ob Auszahlungen eine Ausschüttung früherer Gewinne (Dividenden) oder andere Ausschüttungen an Anteilseigner darstellen. Bevor die bilanziellen Konsequenzen von ertragsteuerlichen Auswirkungen geklärt werden könnten, müsse diese Frage geklärt werden. Ebenso wird die retrospektive Anwendung abgelehnt und die prospektive aus cost-benefit Gründen bevorzugt.
  • IAS 23: Es soll eine Klarstellung erfolgen, dass, wenn ein Vermögenswert bereit für seine beabsichtigte Nutzung oder zur Veräußerung ist, alle noch vorhandenen Fremdkapitalbestände, die ausdrücklich für diesen Vermögenswert aufgenommen wurden, als Teil des allgemein aufgenommenen Fremdkapitals behandelt werden. Das DRSC bestätigt die Änderung. Bzgl. der Anwendung wird auch hier die prospektive bevorzugt, da das IASB dies bereits in einem Meeting im Oktober 2015 bestätigt hatte, jedoch im Entwurf im Wortlaut offen lässt.
  • IAS 28: Die Bilanzierung von langfristigen Anteilen, die wirtschaftlich als Nettoinvestition in ein assoziiertes oder Gemeinschaftsunternehmen anzusehen sind – sofern diese nicht nach der equity-Methode dargestellt werden – soll zukünftig nach IFRS 9, inkl. der impairment-Vorschriften abgebildet werden. Das DRSC stimmt auch diesen Änderungsvorschlägen zu, verweist jedoch auf die bereits getroffenen Entscheidungen durch das IFRS IC im Mai 2016. Diese Aspekte sollten nach Ansicht des DRSC auch hier ergänzt werden, da sie thematisch zu den Änderungen passen.

Praxishinweis: Änderungen schaffen Klarheit, sind jedoch teils zu kurz gefasst

Die vorgeschlagenen Änderungen des IASB an den drei Standards werden mehr Klarheit schaffen, sind jedoch – auch nach Ansicht des DRSC – teils zu kurz gefasst. Insbesondere sollte auf die bereits getroffenen Entscheidungen des IFRS IC (IAS 28/IFRS 9) verwiesen werden.

Schlagworte zum Thema:  DRSC, IFRS

Aktuell
Meistgelesen